Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Tobias Rausch (AfD)

„Als neue deutsche Familienpartei weisen wir diese familienunfreundliche Politik entschieden zurück.“

Quelle

Sprecher
Tobias Rausch (AfD)
Datum
2017-10-26
Quelle
Stenografischer Bericht 7/36 — Tagesordnungspunkt 9
Fundort
Plenarprotokoll 7/36, TOP 9
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp7/036stzg.pdf
Beleg-ID
fs-demo-0527

Kodierte sprachliche Mittel

Selbst-Etikettierung

Gegenstrategie gegen Selbst-Etikettierung: Das Selbst-Etikett gegen das belegte Handeln halten und es nicht übernehmen — die Akteure präzise beim dokumentierten Verhalten benennen statt bei ihrer Pose. · Passt der schmeichelnde Name zum belegten Tun — was genau ist daran harmlos? · praxiswissen

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

Die Selbstbezeichnung "neue deutsche Familienpartei" beansprucht exklusiv die Themenfelder Familie und nationale Zugehörigkeit für die eigene Partei und wertet damit implizit andere Parteien als nicht-deutsch beziehungsweise familienfeindlich ab. Die als "familienunfreundlich" etikettierte Politik der Gegenseite wird nicht inhaltlich benannt oder belegt.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich nenne mich nicht »eine Partei, die auch Familienpolitik macht« - ich nenne mich »die neue deutsche Familienpartei«, mit bestimmtem Artikel im Kopf des Hörers, als gäbe es keine andere. Wer für Familien ist, muss jetzt eigentlich mich wählen - und wer meine Politik ablehnt, lehnt scheinbar Familien ab, nicht nur meine Partei. Was die »familienunfreundliche Politik« der anderen konkret ist, sage ich nicht - das Etikett allein reicht, um mich als die einzig legitime Stimme in dieser Frage zu positionieren.

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