Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Mario Lehmann (AfD)

„„Rangelei“ ist auch ein so gängiger Begriff der 68er-Klientel, wenn es um Antifa oder um Asylantengewalt geht.“

Quelle

Sprecher
Mario Lehmann (AfD)
Datum
2018-04-19
Quelle
Stenografischer Bericht 7/46 — Beratung
Fundort
Plenarprotokoll 7/46, TOP 5
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp7/046stzg.pdf
Beleg-ID
fs-demo-0573

Kodierte sprachliche Mittel

KampfbegriffPauschalisieren

Gegenstrategie gegen Kampfbegriff: Das Wort in keiner Form übernehmen, auch nicht verneint oder in Anführungszeichen — benennen, dass es verurteilt statt beschreibt, und ein eigenes, beschreibendes Wort setzen. · Beschreibt dieses Wort etwas — oder verurteilt es nur? Wie hieße die Sache neutral? · forschungsgestuetzt

Gegenstrategie gegen Pauschalisieren: Das ›die‹ auflösen (wer konkret?), die Stichprobe prüfen und Gegenbeispiele benennen — der Schluss vom Einzelnen auf das Wesen einer Gruppe ist der klassische Fehlschluss der voreiligen Verallgemeinerung. · Auf wie vielen Fällen beruht das — und gilt es für alle oder für Einzelne, die man benennen kann? · argumentationstheoretisch

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

Die Formulierung ordnet ein einzelnes verharmlosendes Wort (»Rangelei«) pauschal einer ganzen politisch-generationellen Gruppe zu, der »68er-Klientel«, und unterstellt ihr ein systematisches Sprachverhalten. Der Begriff »Klientel« markiert diese Gruppe zusätzlich als interessengeleitete Lobby statt als vielfältige politische Strömung, was die Kritik an einer einzelnen Wortwahl zur Delegitimierung ganzer Milieus ausweitet.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich nehme ein einziges Wort, das irgendwer irgendwann benutzt hat, und mache daraus einen Sprachgebrauch, der angeblich einer ganzen Generation und ihren politischen Erben gehört. »Klientel« klingt nach organisierter Interessengruppe, nicht nach Menschen mit eigenen, unterschiedlichen Ansichten — so kann ich sie als Block behandeln, der Antifa-Gewalt verharmlost und Asylantengewalt kleinredet. Ob die Person, die »Rangelei« gesagt hat, überhaupt zu dieser Gruppe gehört, ist mir gleichgültig — das Etikett tut die Arbeit für mich. So wird aus einem strittigen Wortwahl-Vorwurf ein Urteil über ein ganzes politisches Lager.

Begriffe in dieser Aussage

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