Belegte Aussage — Daniel Roi (AfD)
„wie Ihnen eine aufgestachelte, aufgehetzte Meute gegenüberstand.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Der Ausdruck "Meute" überträgt ein Bild aus der Jagd- bzw. Tierwelt auf eine Gruppe von Menschen und entzieht ihnen damit individuelle Motive und politische Legitimität. Die Zusätze "aufgestachelt, aufgehetzt" verstärken das Bild, indem sie zusätzlich unterstellen, die Gruppe habe nicht aus eigenem Antrieb, sondern durch fremde Steuerung gehandelt.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich nenne sie nicht Demonstranten, nicht Bürger, nicht Kritiker — ich nenne sie Meute. Das Wort holt das Bild von Hunden mit hinein, die auf Kommando losschlagen: kein eigener Wille, kein politisches Anliegen, nur aufgestachelte Aggression. Damit spreche ich ihnen jede eigene Überzeugung ab und behaupte im gleichen Atemzug, jemand habe sie »aufgehetzt«. Wer, sage ich nicht — das überlasse ich der Fantasie meines Publikums. So wird aus einer politischen Auseinandersetzung eine Bedrohung durch eine gesteuerte Horde.