Belegte Aussage — Mario Lehmann (AfD)
„unserer Polizei einen latenten Rassismus. Auch der hier im Hause verweilende Volkstodherbeiwünscher, der vielleicht auch einmal seinen Mund aufmacht, vertritt im Übrigen ähnliche Fantasien.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Der Neologismus unterstellt einer politisch anderslautenden Person, aktiv den Untergang des »Volkes« herbeizuwünschen, und stützt sich damit auf die Vorstellung eines drohenden »Volkstods«, wie sie in Verschwörungserzählungen zum »Großen Austausch« kursiert. Die Formulierung verlagert damit einen politischen Dissens in eine existenzielle Vernichtungsanklage gegen eine konkrete, im Satz genannte Person.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich baue aus »Volk«, »Tod« und »herbeiwünschen« ein einziges Wort, damit die Ungeheuerlichkeit wie eine schlichte Tatsachenbeschreibung klingt. Wer mir widerspricht, dem unterstelle ich nicht nur eine andere Meinung, sondern den Wunsch nach dem Untergang der eigenen Leute — das lässt sich kaum noch zurücknehmen. Ich muss nicht erklären, was ich mit »Volkstod« meine, das Wort trägt die Erzählung von der drohenden Auslöschung schon in sich. So wird aus jemandem, der über Rassismus in der Polizei spricht, in meinem Satz jemand, der uns alle verschwinden sehen will.