Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)

„Begriffsmüll aus den Denkfabriken der linken Gesellschaftsvernichter.“

Quelle

Sprecher
Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)
Datum
2024-11-20
Quelle
Stenografischer Bericht 8/77 — a) Aktuelle Debatte Gewalt ist keine Privatsache. Femizide sind Mord. Frauen schützen! Antrag Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drs. 8/4810 b) Beratung Gewalthilfegesetz jetzt verabschieden Frauenunterstützungsstrukturen gewährleisten Antrag Fraktion Die Linke - Drs. 8/4759 Alternativantrag Fraktionen CDU, SPD und FDP - Drs. 8/4826
Fundort
Plenarprotokoll 8/77, TOP 3
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp8/077stzg.pdf
Beleg-ID
fs-demo-1058 · Absatz aus fs-demo-abs-0256

Kodierte sprachliche Mittel

KampfbegriffPauschalisieren

Gegenstrategie gegen Kampfbegriff: Das Wort in keiner Form übernehmen, auch nicht verneint oder in Anführungszeichen — benennen, dass es verurteilt statt beschreibt, und ein eigenes, beschreibendes Wort setzen. · Beschreibt dieses Wort etwas — oder verurteilt es nur? Wie hieße die Sache neutral? · forschungsgestuetzt

Gegenstrategie gegen Pauschalisieren: Das ›die‹ auflösen (wer konkret?), die Stichprobe prüfen und Gegenbeispiele benennen — der Schluss vom Einzelnen auf das Wesen einer Gruppe ist der klassische Fehlschluss der voreiligen Verallgemeinerung. · Auf wie vielen Fällen beruht das — und gilt es für alle oder für Einzelne, die man benennen kann? · argumentationstheoretisch

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

Die Formulierung verdichtet zwei Kampfbegriffe – „Begriffsmüll“ für sprachliche und „Gesellschaftsvernichter“ für politische Delegitimierung – zu einer pauschalen Abwertung, die linke politische Positionen insgesamt als destruktiv markiert, ohne einen einzigen Begriff oder Vorschlag konkret zu benennen.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich nenne es nicht „Begriffe, mit denen ich nicht einverstanden bin“, ich nenne es „Begriffsmüll“ – das erspart mir, auf einen einzigen davon einzugehen. Und ich sage nicht „manche linken Positionen“, ich sage „die linken Gesellschaftsvernichter“ – als wäre die Zerstörung der Gesellschaft das erklärte Ziel, nicht eine mögliche Nebenfolge einer Debatte. So brauche ich kein Argument mehr, nur noch das Wort.

Begriffe in dieser Aussage

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