Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)

„Wenn allerdings Schüler Israel kritisieren, dann soll der Lehrer bitte schön nicht die Antisemitismus-Keule auspacken, um die Israel-Kritik totzumachen.“

Quelle

Sprecher
Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)
Datum
2025-10-10
Quelle
Stenografischer Bericht 8/99 — Sondervermögen nutzen: Offensive für Schulbau und Schulsanierung in Sachsen-Anhalt starten Beratung Antrag Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drs. 8/5986
Fundort
Plenarprotokoll 8/99, TOP 7
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp8/099stzg.pdf
Beleg-ID
fs-demo-1096 · Absatz aus fs-demo-abs-0364

Kodierte sprachliche Mittel

Kampfbegriff

Gegenstrategie gegen Kampfbegriff: Das Wort in keiner Form übernehmen, auch nicht verneint oder in Anführungszeichen — benennen, dass es verurteilt statt beschreibt, und ein eigenes, beschreibendes Wort setzen. · Beschreibt dieses Wort etwas — oder verurteilt es nur? Wie hieße die Sache neutral? · forschungsgestuetzt

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

Die Formulierung bezeichnet den Vorwurf des Antisemitismus als Waffe (»Keule«) und stellt ihn damit als illegitimes, gewaltsames Mittel zur Unterdrückung von Kritik dar, statt ihn als möglicherweise berechtigte inhaltliche Reaktion zu prüfen. Sie kehrt die Verantwortung um: Nicht die möglicherweise antisemitische Äußerung steht zur Debatte, sondern die Reaktion darauf wird selbst zum Problem erklärt.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich nenne den Vorwurf des Antisemitismus eine »Keule«, und damit ist er keine inhaltliche Reaktion mehr, sondern ein stumpfes Schlagwerkzeug — wer sie einsetzt, argumentiert nicht, sondern schlägt zu. So muss ich mich nicht mehr fragen, ob eine Äußerung tatsächlich antisemitische Muster bedient, ich muss nur noch behaupten, der Lehrer wolle »Israel-Kritik totmachen«. Dass es einen Unterschied zwischen legitimer Kritik an israelischer Politik und antisemitischen Stereotypen geben könnte, spreche ich nicht aus — das würde meine Umkehrung der Beweislast entkräften. So wird aus der Prüfung einer möglicherweise problematischen Aussage der Vorwurf der Zensur gegen den, der prüft.

Begriffe in dieser Aussage

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