Belegte Aussage — Robert Farle (AfD)
„Die UMAs kosten pro Nase 60 000 €, berichtete der MDR im November 2016.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Formulierung »pro Nase« reduziert unbegleitete minderjährige Ausländer auf eine Stückzahl mit Preisschild und verschiebt den Blick von individuellen Schutzbedürftigen auf eine Kostenrechnung. Die Berufung auf eine Nachrichtenquelle verleiht der entwürdigenden Rechnung den Anschein von Sachlichkeit.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich nehme ein Kind, das vor Krieg oder Verfolgung geflohen ist, und rechne es in eine Zahl pro Kopf um – »pro Nase« sage ich, wie man es bei Vieh oder Stückgut sagt, nicht bei Menschen. Damit verschwindet das Einzelschicksal komplett, übrig bleibt nur ein Preis. Ich zitiere den MDR, damit die Zahl amtlich klingt und ich selbst nur der neutrale Überbringer bin, nicht derjenige, der die Sprache gewählt hat. Wer die Summe hört, denkt an Kosten, nicht an ein Kind – genau das will ich.