Belegte Aussage — Mario Lehmann (AfD)
„Im Nachgang an den Hamburger G 20 traut sich nun endlich auch die Presse, die sonst seit Jahrzehnten den Linksextremismus hätschelnde Presse, das Kind beim Namen zu nennen.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
DelegitimierenPauschalisierenSprachkritische Analyse
Die Formulierung unterstellt der Presse pauschal eine jahrzehntelange, absichtsvolle Verharmlosung des Linksextremismus, ohne dafür einen einzigen Beleg zu nennen. Das Verb »hätscheln« suggeriert eine fürsorgliche, komplizenhafte Nähe zwischen Medien und linker Szene und rückt die Presse damit aus der Rolle des Beobachters in die des Beteiligten. So wird jede kritische Berichterstattung über die AfD selbst als Fortsetzung dieser unterstellten Parteilichkeit diskreditierbar.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich sage nicht, welche Zeitung, welcher Artikel, welches Jahr — »die Presse« reicht, dann kann sich niemand einzeln herausnehmen. Das Wort »hätscheln« wähle ich, weil es keine Analyse verlangt, nur ein Bild: Medien, die den Linksextremismus wie ein Kind auf dem Schoß wiegen. Wer das hört, muss nicht mehr fragen, ob das stimmt — er sieht die Szene schon vor sich. Und weil ich »seit Jahrzehnten« dazusetze, wird aus einer Behauptung ein Zustand, der keiner Prüfung mehr bedarf, sondern nur noch der Bestätigung: Jetzt endlich, sage ich, traut sich die Presse. Damit ist jede Kritik an mir schon vorentschuldigt — sie kommt ja von genau der Seite, die ich gerade als parteiisch entlarvt habe.