Belegte Aussage — Mario Lehmann (AfD)
„Vorher wird noch fleißig diffamiert und als rechts und rassistisch hingestellt. Das ist dann der politische Freibrief für Gewalt, der bisher von allen Altparteien mitgetragen worden ist; stillschweigend, mehr oder weniger.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
Täter-Opfer-UmkehrPauschalisierenSprachkritische Analyse
Die Formulierung bettet den Kampfbegriff „Altparteien" in eine Täter-Opfer-Umkehr ein: Wer Rechtsextremismus benennt, wird zum „Diffamierer", der Gewalt gegen die eigene Szene erst „mitträgt". Der Sammelbegriff verschmilzt CDU, SPD, Grüne, Linke und FDP zu einer einzigen, konturlosen Verantwortungsmasse und entzieht so jede Einzelposition der Prüfung; zugleich suggeriert „Altparteien" organisches Verfallsdatum statt demokratischer Legitimation.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich drehe den Satz einfach um: Nicht wer Gewalt androht, ist das Problem, sondern wer ihn beim Namen nennt. So wird aus der Kritik an rechter Gewalt selbst schon ein Angriff, den ich abwehren darf. Und für „alle, die mich kritisieren", brauche ich keinen einzelnen Gegner mehr – ich sage „Altparteien", und CDU, SPD, Grüne, Linke, FDP verschwinden in einem einzigen, müden Wort. Keiner von denen muss mehr widerlegt werden, es reicht, dass sie zur „Altparteienpolitik" gehören: schlafend, erstarrt, von gestern. Wer mir widerspricht, gehört automatisch dazu – eine eigene Position brauche ich dafür nicht zu nennen, das Etikett erledigt die Arbeit für mich.