Belegte Aussage — Mario Lehmann (AfD)
„Die Polizeibeamtinnen und -beamten sind die Bösen und die Krawallbrüder sind bei Ihnen in den letzten Jahren immer die Guten.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
Täter-Opfer-UmkehrPauschalisierenSprachkritische Analyse
Die Formulierung kehrt das Täter-Opfer-Verhältnis um: Nicht die Demonstrierenden werden von der Polizei geschützt oder in Konflikte verwickelt, sondern die Polizei erscheint als eigentliches Opfer einer politischen Bevorzugung. Das Kampfwort »Krawallbrüder« pauschalisiert linke Aktivistinnen und Aktivisten pauschal als gewaltbereite Störer, unabhängig von tatsächlichem Verhalten im Einzelfall, und stellt sie den Ordnungskräften als Kollektiv gegenüber, dem „die Anderen" unverdiente Nachsicht entgegenbrächten.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich drehe die Rollen einfach um: Wer schützt, wird zum Bösen gemacht, wer stört, zum Guten – dann klingt jede Kritik an der Polizei plötzlich absurd, fast wie Verrat. Für die andere Seite brauche ich kein Argument, nur ein Wort: »Krawallbrüder« reicht, um aus tausend unterschiedlichen Menschen bei einer Demonstration eine einzige gewaltbereite Masse zu machen. Ich muss nicht sagen, wer genau gemeint ist oder was diese Menschen konkret getan haben – das Wort erledigt die Arbeit für mich. Wer die Polizei kritisiert oder für linke Anliegen demonstriert, landet automatisch in diesem Topf. So erspare ich mir jede Differenzierung und erzeuge trotzdem den Eindruck, ich hätte längst alles gesagt, was zu sagen ist.