Belegte Aussage — Hagen Kohl (AfD)
„was den linken Chaoten und Kriminellen auf der Straße nicht gelingt, nämlich die Polizei kleinzukriegen, versucht die LINKE nun auf parlamentarischem Wege zu erreichen“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffPauschalisierenDramatisieren / DammbruchSprachkritische Analyse
Die Formulierung stellt in einem Satz zwei getrennte Akteure als Einheit hin: gewaltbereite Demonstrationsteilnehmer bei den Leipziger Ausschreitungen ("linke Chaoten und Kriminelle auf der Straße") und die parlamentarische Fraktion DIE LINKE. Über das Bild vom "Kleinkriegen der Polizei" wird eine parlamentarische Initiative zu einer Racial-Profiling-Studie sprachlich auf dieselbe Stufe wie Straßengewalt gestellt, obwohl die Partei für die Ausschreitungen weder verantwortlich noch mit ihnen organisatorisch verbunden ist. So wird aus einer politischen Auseinandersetzung um ein Kontrollinstrument der Polizei der Verdacht einer gemeinsamen antipolizeilichen Agenda.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich brauche keinen Beweis für eine Verbindung, ich brauche nur denselben Namen zweimal im selben Satz. "Chaoten und Kriminelle auf der Straße" und "die LINKE" — spreche ich beides im selben Atemzug aus, hört mein Publikum keine zwei Akteure mehr, sondern einen. Die Partei muss nichts getan haben, was strafbar wäre; es reicht, dass ihr Name klingt wie der Name der Straßenszene. Aus einer Studie zu Racial Profiling, einem parlamentarischen Vorgang, mache ich damit den nächsten Akt eines Angriffs auf die Polizei — "auf parlamentarischem Wege", sage ich, als sei das nur die zivilere Fortsetzung der Straße. Wer der Studie zustimmt, steht plötzlich neben den Chaoten, nicht neben der Polizei. Und ich selbst muss nirgends behaupten, dass die LINKE Gewalt organisiert — das erledigt allein die Nähe der Worte.