Belegte Aussage — Robert Farle (AfD)
„Diese sind nicht neutral gehalten. Da ist eine Hetze, mit der versucht wird, die AfD in die Nähe der Nationalsozialisten zu bringen. Das ist platte, primitive linksradikale Hetze, die auch in diesem Haus mittlerweile auf Plakaten auf dem Flur hängt.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
DelegitimierenSelbstviktimisierungSprachkritische Analyse
Die Formulierung überträgt den Begriff »Hetze« von rechtsextremer Agitation auf demokratische Öffentlichkeitsarbeit eines zivilgesellschaftlichen Vereins und macht sie damit im selben Zug pauschal illegitim. »Linksradikal« liefert die Etikettierung gleich mit, ohne dass ein konkreter Beleg für Radikalität genannt wird. Zugleich kehrt die Aussage die Rollen um: Nicht die AfD wird für den NS-Vergleich kritisiert, sondern der Verein erscheint als der eigentliche Angreifer — die AfD wird zur Betroffenen einer Kampagne stilisiert.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich brauche kein Argument gegen den Vorwurf, ich brauche nur ein stärkeres Wort. »Hetze« klingt nach Gewalt, nach etwas, das man verbieten müsste — wer es benutzt, muss den Inhalt der Plakate nicht mehr diskutieren. Dass es ein eingetragener Verein ist, der vor rechtsextremen Netzwerken warnt, sage ich nicht; ich sage »linksradikal«, und schon steht die Organisation außerhalb der Mitte, bevor irgendjemand ihre Aussagen geprüft hat. So drehe ich die Angriffsrichtung um: Nicht wir rücken uns in die Nähe der Nationalsozialisten, sondern wir werden verleumdet — die Opferrolle nehme ich mir selbst. Wer diesen Vergleich künftig wiederholt, ist für mich schon Teil derselben »Hetze«, und ich muss auf keinen einzigen Beleg mehr eingehen.