Belegte Aussage — Daniel Roi (AfD)
„Sie hat sich hier wieder als besondere Vertreterin der Betroffenheitsrhetorik dargestellt. Sie gibt sich stets als besorgte Demokratin aus, die uns erzählt, wer ein Nazi ist und wer kein Nazi ist.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Formulierung etikettiert die Kritik der Abgeordneten als »Betroffenheitsrhetorik« und rückt sie damit vom Inhalt weg auf die Ebene der Attitüde — wer so redet, dem wird unterstellt, moralisch zu posieren statt zu argumentieren. Der Zusatz »besorgte Demokratin, die uns erzählt, wer ein Nazi ist« verschärft das: Die Zuschreibungskompetenz selbst wird lächerlich gemacht, sodass die inhaltliche Frage — ob die benannten Netzwerke tatsächlich rechtsextrem sind — gar nicht mehr verhandelt werden muss.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich muss auf ihre Kritik nicht antworten, wenn ich zuerst ihre Motivation kassiere. Also nenne ich das, was sie sagt, nicht falsch, sondern gespielt — »Betroffenheitsrhetorik« klingt fachlich, ist aber nur ein Wort für: das ist Theater, keine Substanz. Mit »stets« mache ich daraus ein Muster, keinen Einzelfall — sie tut das immer, also nie aus echtem Anlass. Und wenn ich sie dann noch als selbsternannte Instanz zeichne, die »erzählt, wer ein Nazi ist«, drehe ich die Beweislast um: Nicht die Netzwerke, über die sie redet, stehen mehr zur Debatte, sondern ihre Anmaßung, urteilen zu dürfen. So kann ich den ganzen Saal davon überzeugen, dass hier nichts zu prüfen ist — nur jemand, der gern empört ist.