Gegen Rechte RedenDokumentation & Sprachkritik

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Je Analyse-Kategorie — sprachliche Technik, Argumentationsmuster (Topos) oder Diskursfigur — die kurze wissenschaftliche Begründung und die belegenden Werke als Links (frei lesbar oder beim Verlag).

Sprachliche Techniken

  • Agens-Verschiebung van Leeuwen, »Discourse and Practice« (2008), Kap. Representing Social Actors: activation/passivation, role allocation; Fowler/Hodge/Kress/Trew, »Language and Control« (1979); Reisigl/Wodak, »Discourse and Discrimination« (2001), Referenz- und Prädikationsstrategien.
  • Aufrechnen / Whataboutism Wodak, »The Politics of Fear« (2015), Kap. 3: relativierende Gleichsetzung als eigenständige Rechtfertigungsform — der kritisierte Vorgang wird durch den Verweis auf andere Gruppen verwässert. Schieferle (»Stellung beziehen gegen Stammtischparolen«, 2022, S. 24) beschreibt die Alltagsform: zwei bedürftige Gruppen werden in eine Konkurrenz gebracht, zwischen denen kein sachlicher Zusammenhang besteht.
  • Chiffre / Dog Whistle Wodak, »The Politics of Fear« (2015), Kap. 1 und 5: »calculated ambivalence« — eine Äußerung wird so gebaut, dass sie zwei unvereinbare Lesarten zugleich trägt: eine harmlose für die breite Öffentlichkeit, eine codierte für das Kernpublikum. Das erlaubt das Dementi, ohne die eigentliche Botschaft zurückzunehmen.
  • Delegitimieren Reisigl/Wodak, »Discourse and Discrimination« (2001), Kap. 2, S. 71 und 85: das »argumentum ad hominem« als Verstoß gegen die Sachlichkeitsregel rationaler Diskussion — der Angriff zielt auf Person, Motiv oder Kompetenz, um den Standpunkt insgesamt für ungültig zu erklären. Ottomeyer (2022, S. 161–162) beschreibt die Sonderform gegenüber mahnenden Instanzen: Gewissensappelle werden als »Tugendterror« oder verdecktes Eigeninteresse umgedeutet.
  • Desinformation Wardle & Derakhshan, »Information Disorder« (Europarat 2017) — disinformation als bewusst falsche Information; abgegrenzt von verschweigen (Auslassung) und leugnen (Bestreiten von Belegtem).
  • Dramatisieren / Dammbruch Reisigl/Wodak, »Discourse and Discrimination« (2001), Kap. 2, S. 82–84: Intensivierung als eigene diskursive Strategie, die die Kraft einer Aussage steigert (Gegenstück: Mitigation/Abschwächung). Ottomeyer (»Angst und Politik«, 2022, S. 140–150) zeigt die Mechanik: Ein realer Angst-Kern wird zugespitzt und auf einen Sündenbock umgelenkt, während komplexere Bedrohungen zugleich verleugnet werden.
    hierzu passend:Schieferle 2022 ↗
  • Euphemismus Reisigl/Wodak, »Discourse and Discrimination« (2001), Kap. 2, S. 45–46 und S. 76–77: Benennung ist eine eigene diskursive Strategie (Referenz/Nomination), und der »Topos der Definition« zeigt, wie ein Name die Schlussregel schon mitliefert — im dort dokumentierten Beispiel führt »Gastarbeiter« über die Gast-Semantik zur Rückkehr-Erwartung, ohne dass sie je behauptet werden müsste.
    hierzu passend:Hufer/K.-P. 2024 ↗
  • Individualisierung/Pathologisierung Hennes, in Seeck/Theißl (Hrsg.), »Solidarisch gegen Klassismus« (2020): Individualisierung und Pathologisierung struktureller Ausschlüsse; Kellermann/Mikfeld, in »Sprache. Macht. Denken« (2014): der »Gier«-Frame reduziert die Finanzkrise auf individuelle Moral und verengt das Sagbare auf das Symptom. Zwei unabhängige Auswertungen 2026-07-19 kamen getrennt auf dasselbe Muster.
  • Kampfbegriff Reisigl/Wodak, »Discourse and Discrimination« (2001), Kap. 2, S. 45–46: abwertende Anthroponyme tragen die Wertung bereits konnotativ und genügen für sich, ohne begleitende Zuschreibung. Mikfeld/Turowski (in »Sprache. Macht. Denken«, 2014) ordnen dieselbe Klasse als »Stigmawörter« ein — Begriffe, die den Gegner diskreditieren, während sie zu beschreiben vorgeben.
  • Kulturalisieren Kemper/Weinbach, »Klassismus. Eine Einführung« (2018), Kap. 1.5.2: Kulturalisierung hat »denselben Effekt wie die Naturalisierung«, verlegt das Unveränderliche aber in »Kulturen«; Beleg dort an der Debatte um »Neue Unterschicht« und »Leitkultur«.
  • Leugnen & Verharmlosen Wodak, »The Politics of Fear« (2015), Kap. 3, referiert van Dijks Typologie der Leugnung: Akt-, Kontroll-, Intentions- und Ziel-Leugnung bilden eine Rückzugslinie, auf der die Bestreitung auf die nächste Ebene wechselt, sobald die vorherige widerlegt ist. Ottomeyer (2022, S. 133 und 141–143) ordnet die Verleugnung als Ich-Abwehrmechanismus gegen eine bedrohliche Realangst ein.
    hierzu passend:Hufer/K.-P. 2016 ↗
  • Naturalisieren Reisigl/Wodak, »Discourse and Discrimination« (2001), Kap. 2, S. 77: naturalisierende Metaphorik bündelt zwei Schlussregeln zugleich — »Naturgewalten sind gefährlich« und »gegen Gefahr muss gehandelt werden« —, wodurch die politische Entscheidung hinter scheinbarer Naturgesetzlichkeit verschwindet. Kemper/Weinbach (»Klassismus«, 2018, Kap. 1.5.1) beschreiben denselben Mechanismus als Verbannung des Sozialen »ins Reich der Natur«, womit es unverhandelbar wird.
  • Normalisierung Wodak, »Die schamlose Normalisierung rechtspopulistischer und rechtsextremer Diskurse« (2020)
  • Pauschalisieren Reisigl/Wodak, »Discourse and Discrimination« (2001), Kap. 2, S. 72–73: der Fehlschluss »secundum quid« — aus einer nicht repräsentativen Stichprobe wird auf die ganze Gruppe geschlossen, wobei die Nichtrepräsentativität unausgesprochen bleibt. Hufer (»Argumente am Stammtisch«, 2016, Kap. 6.3) verbindet das mit Allports Vorurteilstheorie: Die zweiwertige Kategorie stiftet Ordnung und macht Einzelfallprüfung entbehrlich.
  • Pseudo-Frage (»nur fragen«) Reisigl/Wodak, »Discourse and Discrimination« (2001), Kap. 2, S. 73–74: »rigged questions« — eine Frage transportiert eine strittige, unbewiesene Präsupposition, die durch die Frageform unangreifbar erscheint; wer einfach antwortet, bestätigt sie stillschweigend. Hufer (2016, Kap. 4) zeigt dieselbe Figur als Medien-Variante: die Schlagzeile mit Fragezeichen, für die niemand geradestehen muss.
  • Selbst-Etikettierung Wodak, »The Politics of Fear« (2015), Kap. 1: positive Selbstdarstellung als konstitutives Merkmal rechtspopulistischer Rhetorik — die Selbstinszenierung als Retter oder Anwalt des »einfachen Mannes« ist publikumsabhängiges Rollenspiel. Ottomeyer (2022, S. 178–181) nennt die psychische Funktion: eine kompensatorische Antwort auf erlebte Kränkung und Statusverlust.
  • Selbstviktimisierung Reisigl/Wodak, »Discourse and Discrimination« (2001), Kap. 2, S. 71–72: das »argumentum ad misericordiam« — ein ungerechtfertigter Appell an Mitleid ersetzt das Sachargument. Kemper (»Sarrazins Correctness«, 2014, Kap. 1.1) dokumentiert die politische Ausprägung: Der Sprecher erklärt sich zum Opfer eines »Tugendterrors«, während er selbst über eine millionenfach verbreitete Bühne verfügt — die Opferpose lässt sich an der realen Reichweite messen.
  • Strategische Unschärfe (Nebelsatz) Saul, »Dogwhistles, Political Manipulation, and the Philosophy of Language« (in: Fogal/Harris/Moss, New Work on Speech Acts, 2018): implizite politische Botschaften wirken gerade durch ihre Bestreitbarkeit; Shackel, »The Vacuity of Postmodernist Methodology« (Metaphilosophy, 2005): Motte-and-Bailey — die scharfe Position wirkt, verteidigt wird bei Widerspruch nur die harmlose; Eisenberg, »Ambiguity as Strategy in Organizational Communication« (Communication Monographs, 1984): Mehrdeutigkeit als kommunikatives Kalkül, das unvereinbare Adressaten zugleich bedient. Verwandt der »calculated ambivalence« (Wodak, s. chiffre), aber ohne festes Code-Wort.
  • Täter-Opfer-Umkehr Wodak, »The Politics of Fear« (2015), Kap. 1 und 3: die Opferumkehr als Stufe des rechtspopulistischen Skandalisierungs-Zyklus, dokumentiert an einer transkribierten Interviewsequenz; sie greift genau dann, wenn die Gegenseite auf das neue Thema einsteigt. Ottomeyer (»Angst und Politik«, 2022, S. 161) erklärt die psychische Funktion: Die Umkehr neutralisiert die Gewissensangst, die aus der Ausgrenzung entsteht.
    hierzu passend:Kemper 2014 ↗
  • Themenhüpfen Hufer, »Argumente am Stammtisch« (2016), Kap. 3.2 (»Parolenspringen nicht mitmachen«), und Schieferle, »Stellung beziehen gegen Stammtischparolen« (2022), S. 21 (Themen-Hopping) benennen das Muster unabhängig voneinander als zentral. Im Projekt bisher nur als Gesprächs-Taktik geführt (taktik_katalog: themenhuepfen), nicht als Technik.
  • Verschweigen / Halbwahrheit Fehlschluss der unterschlagenen Belege / »suppressed evidence« (Copi, Introduction to Logic, 1953); fallaziöser Topos der Zahlen (Reisigl/Wodak); Best, »Damned Lies and Statistics« (2001).
  • Verschwörungserzählung Wodak, »The Politics of Fear« (2015), Kap. 1: die Verschwörungskonstruktion als Stufe des »perpetuum mobile« — nach einem Skandal wird eine unsichtbare Instanz erfunden, wodurch Kritik selbst zum Beleg wird. Ottomeyer (»Angst und Politik«, 2022, S. 104–107) referiert Franz L. Neumanns Begriff der »falschen Konkretheit«: Eine diffuse, real begründete Angst wird in die Behauptung eines benennbaren Verschwörerkreises übersetzt.

Argumentationsmuster (Topoi)

  • Belastung Reisigl, Martin / Wodak, Ruth: Discourse and Discrimination. Rhetorics of Racism and Antisemitism. London: Routledge, 2001 (Argumentationstopoi, insbes. Topos der Belastung/Finanzierbarkeit im Diskurs über Migration); Wengeler, Martin: Topos und Diskurs. Begründung einer argumentationsanalytischen Methode und ihre Anwendung auf den Migrationsdiskurs (1960–1985). Tübingen: Niemeyer, 2003.
    hierzu passend:Wehling 2016 ↗
  • Freiheit / Bevormundung Reisigl, M. / Wodak, R.: Discourse and Discrimination (2001) sowie Wodak, R.: The Politics of Fear (2015) zur Argumentationstopoi-Analyse rechtspopulistischer Rhetorik; Hirschman, A. O.: The Rhetoric of Reaction (1991) zur Jeopardy-These als Tiefenstruktur von Freiheits-/Bevormundungs-Argumenten gegen Reformen.
  • Gefahr & Bedrohung Reisigl, Martin / Wodak, Ruth (2001): Discourse and Discrimination. Rhetorics of Racism and Antisemitism, London/New York: Routledge — Topos der Gefahr/Bedrohung als eines der Standard-Argumentationsschemata rechtspopulistischer Migrationsrhetorik, mit dem aus behaupteter Bedrohung ein Handlungszwang zur Abwehr abgeleitet wird.
  • Geschichte & Lehre daraus Reisigl, Martin / Wodak, Ruth: Discourse and Discrimination. Rhetorics of Racism and Antisemitism, Routledge, London/New York 2001, Kap. 2 — »topos of history« als einer von 16 inhaltsbezogenen Topoi der Diskriminierungsforschung. Aufgenommen 2026-07-19 (E64), nachdem die Literatur-Auswertung ihn als einzigen der drei fehlenden Reisigl/Wodak-Topoi mit klarer Einschlägigkeit für Sachsen-Anhalt auswies.
  • Humanität Reisigl, Martin / Wodak, Ruth (2001): Discourse and Discrimination. Rhetorics of Racism and Antisemitism, London/New York: Routledge — topos of humanitarianism im Topos-Katalog; Wengeler, Martin (2003): Topos und Diskurs. Begründung einer argumentationsanalytischen Methode und ihre Anwendung auf den Migrationsdiskurs (1960–1985), Tübingen: Niemeyer — Humanitäts-Topos im deutschen Migrationsdiskurs.
  • Kultur & Identität Reisigl, Martin / Wodak, Ruth: Discourse and Discrimination. Rhetorics of Racism and Antisemitism, Routledge, London 2001, insbes. das Kapitel zu Argumentationstopoi (u. a. Topos der Kultur/Differenz); Wodak, Ruth: The Politics of Fear. What Right-Wing Populist Discourses Mean, Sage, London 2015, zur diskursiven Konstruktion kultureller Unvereinbarkeit im rechtspopulistischen Diskurs.
  • Leistung / Meritokratie Reisigl, Martin/Wodak, Ruth: Discourse and Discrimination. Rhetorics of Racism and Antisemitism, Routledge 2001 (Topos der Gerechtigkeit/des Nutzens als Argumentationsschema); zur Meritokratie als ideologischem Verteilungsmaßstab vgl. Sandel, Michael J.: The Tyranny of Merit. What's Become of the Common Good?, Farrar, Straus and Giroux 2020.
    hierzu passend:Kemper 2014 ↗
  • Missbrauch Reisigl, Martin / Wodak, Ruth (2001): Discourse and Discrimination. Rhetorics of Racism and Antisemitism. London: Routledge — zum Topos der Nützlichkeit/Missbrauchs als Argumentationsschema, das aus einer behaupteten Ausnutzbarkeit eines Systems die Schlussfolgerung zieht, den Zugang zu diesem System einzuschränken; vgl. auch Wodak, Ruth (2015): The Politics of Fear. What Right-Wing Populist Discourses Mean. London: Sage, zur diskursiven Konstruktion von Missbrauchsverdacht als Legitimationsfigur für Exklusion.
    hierzu passend:Kemper/Weinbach 2018 ↗
  • Natürlichkeit Hume, David (1739/40): A Treatise of Human Nature, Buch III — das Sein-Sollen-Problem (»Humes Gesetz«): Aus deskriptiven Aussagen folgt keine normative; Moore, George Edward (1903): Principia Ethica — der naturalistische Fehlschluss, Gutes mit natürlichen Eigenschaften gleichzusetzen. Der Natur-Topos ist die diskurspraktische Form dieses Fehlschlusses (»argumentum ad naturam«).
    hierzu passend:Reisigl/Wodak 2001 ↗
  • Realität Reisigl, Martin / Wodak, Ruth: Discourse and Discrimination. Rhetorics of Racism and Antisemitism. London/New York: Routledge, 2001 (topos of reality: »because reality is as it is, a specific action/decision should be performed«).
  • Recht & Gesetz Reisigl, Martin / Wodak, Ruth: Discourse and Discrimination. Rhetorics of Racism and Antisemitism, Routledge, London/New York 2001, insbes. zum Topos des Rechts/der Gesetzeseinhaltung als argumentativem Schlussmuster im Migrationsdiskurs; Wodak, Ruth: The Politics of Fear. What Right-Wing Populist Discourses Mean, Sage, London 2015, zur Verschiebung von Verfahrensrecht zu Systemfragen in populistischer Rechtsrhetorik.
  • Volkswille / Mehrheit als Mandat Reisigl, Martin / Wodak, Ruth: Discourse and Discrimination. Rhetorics of Racism and Antisemitism. London: Routledge, 2001 (Topos-Katalog, u. a. Autoritäts- und Zahlen-Topos als Legitimationsfiguren). Wodak, Ruth: The Politics of Fear. What Right-Wing Populist Discourses Mean. London: Sage, 2015 (zur populistischen Berufung auf »das Volk«/»den gesunden Menschenverstand« als Legitimationsquelle gegen institutionelle Vermittlung).
  • Wirkungslosigkeit / Futilität Hirschman, Albert O.: The Rhetoric of Reaction. Perversity, Futility, Jeopardy. Cambridge, MA: Belknap Press, 1991 (Futility-These: Reformmaßnahmen werden als folgenlos/wirkungslos dargestellt, um Untätigkeit oder Rückzug zu begründen); Reisigl, Martin / Wodak, Ruth: Discourse and Discrimination. Rhetorics of Racism and Antisemitism. London: Routledge, 2001 (Argumentationstopoi im politischen Diskurs, methodischer Rahmen für die Topos-Analyse).
  • Wohlstand / Standort Reisigl, Martin / Wodak, Ruth (2001): Discourse and Discrimination. Rhetorics of Racism and Antisemitism, London/New York: Routledge — topos of finances und topos of usefulness/advantage im Topos-Katalog; Hirschman, Albert O. (1991): The Rhetoric of Reaction. Perversity, Futility, Jeopardy, Cambridge: Harvard University Press — Gefährdungs-These (jeopardy thesis): Reformen werden als Bedrohung des bereits Erreichten abgewehrt statt inhaltlich widerlegt.
  • Zahlen Reisigl, Martin / Wodak, Ruth: Discourse and Discrimination. Rhetorics of Racism and Antisemitism. London/New York: Routledge, 2001 (Topos-Katalog der Argumentationsschemata, u. a. der Zahlen-/Mengentopos als Legitimationsfigur). Wodak, Ruth: The Politics of Fear. What Right-Wing Populist Discourses Mean. London: Sage, 2015 (2. Aufl. 2021) — zur rhetorischen Funktion unkontextualisierter Statistik im rechtspopulistischen Diskurs.

Diskursfiguren

  • Delegitimierung / Systemvorwurf Theo van Leeuwen, »Discourse and Practice« (2008), Kap. 6: (De-)Legitimation über Autorisierung, moralische Bewertung, Rationalisierung und Mythopoese — Delegitimierung nutzt dieselben Modi mit umgekehrtem Vorzeichen; Ruth Wodak, »The Politics of Fear« (2015): Anti-Establishment-Rhetorik und der Alleinvertretungsanspruch fürs »wahre Volk« als Kernmerkmale rechtspopulistischer Diskurse.
  • Femonationalismus Sara R. Farris, »In the Name of Women's Rights: The Rise of Femonationalism« (Duke UP 2017; zuerst 2011, Feministische Studien); analog Jasbir Puar, »Homonationalism«; auf die AfD angewandt von Andreas Kemper. Höherstufige Diskursfigur i. S. der DHA-Unterscheidung Strategie/sprachliche Mittel (Reisigl/Wodak).
  • Großer Austausch / Umvolkung Rechtsextreme Verschwörungserzählung, seit der »Identitären«-Kampagne »Stop the Great Replacement« (2014) zentrales Narrativ der extremen Rechten; bpb-Dossier »Die Erzählung vom ›großen Austausch‹« (bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/549525); Femina Politica — Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft: »›Der große Austausch‹ — Rechtsextreme Reproduktions- und Bevölkerungspolitik am Beispiel der ›Identitären‹« (budrich-journals.de). Der deutsche Chiffrenbegriff »Umvolkung«/»Volkstod« hat historische NS-nahe Konnotation (s. Begriff `volkstod`). Höherstufige Diskursfigur i. S. der DHA-Unterscheidung Strategie/sprachliche Mittel (Reisigl/Wodak).

Bildfelder (Rahmungen)

  • Arbeit und Leistung Wehling (ARD-Framing-Manual, S. 7–9) begründet das moralische Framing: Fakten wirken nur innerhalb eines Wertrahmens, weshalb die positive Selbstdarstellung der halbe Wirkungsanteil politischer Sprache ist. Diese Achse hält fest, welchen Wert die Gegenseite für sich reklamiert — und damit, welcher Wert zurückzuerobern wäre. Kemper/Weinbach (»Klassismus«, 2018, Kap. 1.6) setzen dem Leistungs-Anspruch den Forschungsstand entgegen: Klassenstabilität ist die Regel, der Aufstiegsmythos die Ausnahme.
  • Echt und Unecht Wehling, »Politisches Framing« (2016), Kap. 3: Abstrakte politische Sachverhalte werden zwingend über Metaphern gedacht, und die Metapher liefert ihre Schlussfolgerungen gleich mit — das Bild wirkt, bevor ein Argument gebaut ist. Kemper (»Sarrazins Correctness«, 2014, Kap. 3.3.3) zeigt die Funktion an der Anti-PC-Figur: Das Etikett erklärt eine Position zur bloßen Fälschung und entzieht sie damit der inhaltlichen Prüfung.
    hierzu passend:Entman 1993 ↗
  • Ersatzreligion und Kult Wehling, »Politisches Framing« (2016), Kap. 3: Abstrakte politische Sachverhalte werden zwingend über Metaphern gedacht, und die Metapher liefert ihre Schlussfolgerungen gleich mit — das Bild wirkt, bevor ein Argument gebaut ist. Die Zuschreibung von Glaube, Sekte und Kult entzieht der Gegenposition den Anspruch auf Rationalität, ohne ihn widerlegen zu müssen — eine Prädikationsstrategie im Sinne von Reisigl/Wodak (»Discourse and Discrimination«, 2001, Kap. 2).
    hierzu passend:Entman 1993 ↗
  • Familie und Abstammung Wehling (ARD-Framing-Manual, S. 7–9) begründet das moralische Framing: Fakten wirken nur innerhalb eines Wertrahmens, weshalb die positive Selbstdarstellung der halbe Wirkungsanteil politischer Sprache ist. Diese Achse hält fest, welchen Wert die Gegenseite für sich reklamiert — und damit, welcher Wert zurückzuerobern wäre. Reisigl/Wodak (2001, Kap. 2, S. 77–80) zeigen die Verbindung zum Natur-Topos: Was als natürlich gilt, muss nicht begründet werden.
  • Festung und Abwehr Wodak (»The Politics of Fear«, 2015, Kap. 1–2) beschreibt die Militarisierung des Migrationsdiskurses: Die Grenze wird zur Front, Zuwanderung zum Angriff, die eigene Politik zur Verteidigung — die »Bedrohung« ist dabei diskursiv konstruiert, nicht gegeben. Theoretisch gehört das zur »Versicherheitlichung« (securitization, Copenhagen School / Buzan/Wæver): Ein politisches Thema wird durch die Sprech­handlung zur existenziellen Sicherheitsfrage erhoben, die außerordentliche Mittel rechtfertigt und der normalen Aushandlung entzieht. Reisigl/Wodak (2001) ordnen die zugrunde liegende Schlussfigur dem topos der Gefahr/Bedrohung zu.
  • Fremdsteuerung und Verschwörung Hofstadter (»The Paranoid Style in American Politics«, 1964) beschreibt die Grundfigur: Politik als Bühne einer weitreichenden, verdeckten Verschwörung, gegen die nur die Enttarnung hilft; das Muster ist immun gegen Widerlegung, weil fehlende Beweise als Beleg für die Verschleierung gelten. Wodak (»The Politics of Fear«, 2015) ordnet den Verschwörungs- und Sündenbock-Topos dem rechtspopulistischen Repertoire zu. Wichtig: Ein Teil der Chiffren dieses Feldes (»Globalisten«, »Strippenzieher«, Soros-/Finanz-Anspielungen) greift dokumentiert auf antisemitische Denkfiguren des »geheimen Drahtziehers« zurück (struktureller Antisemitismus; Salzborn, Rensmann) — das benennt die Herkunft der Figur, nicht die Absicht eines einzelnen Sprechers.
  • Gesundheit und Krankheit Wehling, »Politisches Framing« (2016), Kap. 3: Abstrakte politische Sachverhalte werden zwingend über Metaphern gedacht, und die Metapher liefert ihre Schlussfolgerungen gleich mit — das Bild wirkt, bevor ein Argument gebaut ist. Ottomeyer (»Angst und Politik«, 2022, S. 169–181) beschreibt die psychische Seite dieses Bildfelds: Als schmutzig oder krankhaft Empfundenes am eigenen Selbst wird auf die Fremdgruppe projiziert und dort bekämpft.
    hierzu passend:Entman 1993 ↗
  • Heimat und Boden Wehling (ARD-Framing-Manual, S. 7–9) begründet das moralische Framing: Fakten wirken nur innerhalb eines Wertrahmens, weshalb die positive Selbstdarstellung der halbe Wirkungsanteil politischer Sprache ist. Diese Achse hält fest, welchen Wert die Gegenseite für sich reklamiert — und damit, welcher Wert zurückzuerobern wäre. Wodak (2015, Kap. 1–2) analysiert die Konstruktion eines homogenen »Volkes« als konstitutiv für rechtspopulistische Rhetorik — Zugehörigkeit wird zur Ressource, über die der Sprecher verfügt.
  • Herrschaft und Freiheit Wehling, »Politisches Framing« (2016), Kap. 3: Abstrakte politische Sachverhalte werden zwingend über Metaphern gedacht, und die Metapher liefert ihre Schlussfolgerungen gleich mit — das Bild wirkt, bevor ein Argument gebaut ist. Wodak (»The Politics of Fear«, 2015, Kap. 1) zeigt die Funktion im rechtspopulistischen Zyklus: Das Diktatur-Bild wandelt Widerspruch in Verfolgung um und stellt den Sprecher als Bedrohten dar.
    hierzu passend:Entman 1993 ↗
  • Lehre und Unvoreingenommenheit Wehling, »Politisches Framing« (2016), Kap. 3: Abstrakte politische Sachverhalte werden zwingend über Metaphern gedacht, und die Metapher liefert ihre Schlussfolgerungen gleich mit — das Bild wirkt, bevor ein Argument gebaut ist. Reisigl/Wodak (2001, Kap. 2) ordnen solche Zuschreibungen den Prädikationsstrategien zu: Die Gegenseite handelt nicht aus Gründen, sondern aus einer Ideologie — womit Gründe nicht mehr geprüft werden müssen.
    hierzu passend:Entman 1993 ↗
  • Natur und Naturgewalt Wehling, »Politisches Framing« (2016), Kap. 3: Abstrakte politische Sachverhalte werden zwingend über Metaphern gedacht, und die Metapher liefert ihre Schlussfolgerungen gleich mit — das Bild wirkt, bevor ein Argument gebaut ist. Für dieses Bildfeld ist die Analyse am dichtesten: Wehling (2016, Kap. 11.3) arbeitet vier unbewusste Schlussfolgerungen der Wassermassen-Metapher heraus — Einheimische werden zu Opfern, Ankommende zur Bedrohung, ihre eigene Not verschwindet, Individualität wird abgesprochen. Reisigl/Wodak (2001, Kap. 2, S. 77) zeigen dieselbe Bündelung zweier Schlussregeln: Naturgewalten sind gefährlich, gegen Gefahr muss gehandelt werden.
    hierzu passend:Entman 1993 ↗
  • Recht und Verbrechen Wehling, »Politisches Framing« (2016), Kap. 3: Abstrakte politische Sachverhalte werden zwingend über Metaphern gedacht, und die Metapher liefert ihre Schlussfolgerungen gleich mit — das Bild wirkt, bevor ein Argument gebaut ist. Reisigl/Wodak (2001, Kap. 2, S. 72–73) beschreiben die tragende Schlussfigur: Aus nicht repräsentativen Einzelfällen wird auf die Gruppe geschlossen, wobei die Nichtrepräsentativität unausgesprochen bleibt.
    hierzu passend:Entman 1993 ↗
  • Reise und Heimkehr Der Fall ist in docs/entscheidungen.md (E-Log zur Rahmen-Achse) als Musterbeispiel der Tarnvokabel-Rahmung erhoben: »Heimreise«, »Rückkehrvorbereitung«, »zwanglos zu einer Rückreise bewegen« rufen den Frame einer freiwilligen Reise für einen erzwungenen Vorgang auf. Theoretisch: Lakoff/Wehling — der Herkunftsbereich (Reise) liefert seine Schlussfolgerungen (Freiwilligkeit, Zugehörigkeit des Ziels) unbemerkt mit.
  • Selbst-Verharmlosung Wehling, »Politisches Framing« (2016), Kap. 3: Abstrakte politische Sachverhalte werden zwingend über Metaphern gedacht, und die Metapher liefert ihre Schlussfolgerungen gleich mit — das Bild wirkt, bevor ein Argument gebaut ist. Wodak (2015, Kap. 1) beschreibt die harmlose Selbstbenennung als Teil der positiven Selbstdarstellung — ein publikumsabhängiges Rollenspiel, das die eigene Handlung kleiner erscheinen lässt, als sie ist.
    hierzu passend:Entman 1993 ↗
  • Spott und Herabwürdigung Wehling, »Politisches Framing« (2016), Kap. 3: Abstrakte politische Sachverhalte werden zwingend über Metaphern gedacht, und die Metapher liefert ihre Schlussfolgerungen gleich mit — das Bild wirkt, bevor ein Argument gebaut ist. Ottomeyer (2022, S. 163–167) zeigt die Wirkung des herabsetzenden Witzes: Er baut das Über-Ich der Anhängerschaft ab, indem er die Erniedrigung anderer zur geteilten Erlaubnis macht.
    hierzu passend:Entman 1993 ↗
  • Täter-Opfer-Umkehr Wehling, »Politisches Framing« (2016), Kap. 3: Abstrakte politische Sachverhalte werden zwingend über Metaphern gedacht, und die Metapher liefert ihre Schlussfolgerungen gleich mit — das Bild wirkt, bevor ein Argument gebaut ist. Wodak (2015, Kap. 1 und 3) dokumentiert die Opferumkehr an einer transkribierten Interviewsequenz; Ottomeyer (2022, S. 161) erklärt ihre Funktion als Abwehr der Gewissensangst, die aus der Ausgrenzung entsteht.
    hierzu passend:Entman 1993 ↗
  • Tradition und Erbe Wehling (ARD-Framing-Manual, S. 7–9) begründet das moralische Framing: Fakten wirken nur innerhalb eines Wertrahmens, weshalb die positive Selbstdarstellung der halbe Wirkungsanteil politischer Sprache ist. Diese Achse hält fest, welchen Wert die Gegenseite für sich reklamiert — und damit, welcher Wert zurückzuerobern wäre. Kemper/Weinbach (2018, Kap. 1.5.2) beschreiben die Kulturalisierung als Verfahren, Ungleichheit über »Kultur« für unverhandelbar zu erklären — hier in der positiven Wendung als Erbe, das zu verteidigen sei.
  • Untergang und Bewahrung Wehling, »Politisches Framing« (2016), Kap. 3: Abstrakte politische Sachverhalte werden zwingend über Metaphern gedacht, und die Metapher liefert ihre Schlussfolgerungen gleich mit — das Bild wirkt, bevor ein Argument gebaut ist. Ottomeyer (2022, S. 140–150) beschreibt den Mechanismus: Ein realer Angst-Kern wird ins Katastrophische gesteigert und auf einen Sündenbock umgelenkt, während komplexere Bedrohungen zugleich verleugnet werden.
    hierzu passend:Entman 1993 ↗
  • Vernunft und Verblendung Wehling (ARD-Framing-Manual, S. 7–9) begründet das moralische Framing: Fakten wirken nur innerhalb eines Wertrahmens, weshalb die positive Selbstdarstellung der halbe Wirkungsanteil politischer Sprache ist. Diese Achse hält fest, welchen Wert die Gegenseite für sich reklamiert — und damit, welcher Wert zurückzuerobern wäre. Wodak (2015, Kap. 1) zeigt die Selbstinszenierung als der, der »ausspricht, was ist« — die Pose der Nüchternheit ist selbst eine Rahmung, keine Abwesenheit von Rahmung.
  • Verwaltung und Verfahren Reisigl/Wodak (2001, Kap. 2) beschreiben die Nominalisierung und Passivierung als Referenzstrategien, die Handelnde tilgen: Aus »wir schieben Menschen ab« wird »die Rückführung«, ein Vorgang ohne Subjekt. Die bürokratische Einkleidung eines strittigen Akts ist eine der ältesten Verschleierungsformen politischer Sprache (vgl. auch Klemperer zur Amtssprache).
  • Wir und die Anderen Wehling, »Politisches Framing« (2016), Kap. 3: Abstrakte politische Sachverhalte werden zwingend über Metaphern gedacht, und die Metapher liefert ihre Schlussfolgerungen gleich mit — das Bild wirkt, bevor ein Argument gebaut ist. Reisigl/Wodak (2001, Kap. 2, S. 45–48) führen Kollektivierung und Genericisierung als Referenzstrategien: Menschen erscheinen nur noch als Menge, nicht als Einzelne — die Voraussetzung dafür, dass ihnen Gefühle und Individualität abgesprochen werden können. Kultur-Referenz: Wilfried Schmickler, »Wir sind wir« (Kabarett-Gedicht) — führt den Wir/Die-Rahmen in Reinform vor: reine Deixis (hier/da, wir/die) ohne jeden Inhalt; die Zugehörigkeits-Begründung ist zirkulär (wir sind wir, weil wir nicht die sind), selbst Angleichung bleibt grundlos ausgeschlossen, und der Schluss — alles bleibt, wie es war — zeigt die Entmächtigung als Stillstand. Wirkmechanismus: Publikumsinokulation durch Überdehnung (Bühnenform; als eigener Sprech-Zug nur dosiert — Beschämungs-Risiko, KONZEPT C3). Text urheberrechtlich geschützt: referenzieren/verlinken, nie in Produkte übernehmen.
    hierzu passend:Entman 1993 ↗
  • Wirt und Gast Wehling, »Politisches Framing« (2016), Kap. 3: Abstrakte politische Sachverhalte werden zwingend über Metaphern gedacht, und die Metapher liefert ihre Schlussfolgerungen gleich mit — das Bild wirkt, bevor ein Argument gebaut ist. Kemper/Weinbach (»Klassismus«, 2018, Kap. 5.3.3) dokumentieren den Stereotyp-Katalog hinter diesem Bildfeld (Schmarotzer, Betrüger, Asozialität) und weisen darauf hin, dass rein ökonomische Gegenrede die Herabsetzung durch die Bezeichnung unadressiert lässt.
    hierzu passend:Entman 1993 ↗

Vollständiges Verzeichnis (Kodiermodell und Gegenrede-Prinzipien) in APA-Form; wo ein Werk Mittel des Kodiermodells trägt, stehen sie als Verweise dabei. Bei jedem Werk der Weg zur frei lesbaren Fassung oder zur Verlags-/DOI-Seite.

  • Aalberg, T., Esser, F., Reinemann, C., Strömbäck, J., & de Vreese, C. H. (Hrsg.). (2017). Populist political communication in Europe. Routledge. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Reinemann et al.: Komplexitätsreduktion als Grundstilzug populistischer Rede).
  • Alter, A. L., & Oppenheimer, D. M. (2009). Uniting the tribes of fluency to form a metacognitive nation. Personality and Social Psychology Review, 13(3), 219–235. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Verarbeitungsflüssigkeit: was sich leicht denken lässt, fühlt sich wahrer an).
  • Amlinger, C., & Nachtwey, O. (2022). Gekränkte Freiheit: Aspekte des libertären Autoritarismus. Suhrkamp. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (die gekränkte Freiheit als deutscher Übernahme-Motor).
  • Bandura, A. (1977). Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change. Psychological Review, 84(2), 191–215. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Selbstwirksamkeit wächst aus gemachter Erfahrung — Begründung des Übens).
  • Bar-Tal, D., Graumann, C. F., Kruglanski, A. W., & Stroebe, W. (Hrsg.). (1989). Stereotyping and prejudice: Changing conceptions. Springer. Beim Verlag ↗
    Sozialpsychologischer Grundlagenband zu Stereotypen und Vorurteilen.
  • Baumeister, R. F. (Hrsg.). (1986). Public self and private self. Springer. Beim Verlag ↗
    Grundlagenband zur Selbstdarstellung — Hintergrund der Gesichtswahrungs-Regeln.
  • Berne, E. (1964). Games people play: The psychology of human relationships. Grove Press. Frei online lesen ↗
    Transaktionsanalyse (Eltern-/Erwachsenen-/Kind-Ich) — Grundlage des Gegenrede-Prinzips »Im Erwachsenen-Ich bleiben«.
  • Best, J. (2001). Damned lies and statistics: Untangling numbers from the media, politicians, and activists. University of California Press. Frei online lesen ↗
    Kritik irreführender Statistik-Verwendung im öffentlichen Diskurs.
  • Boeser-Schnebel, C., Hufer, K.-P., Schnebel, K., & Wenzel, F. (2016). Politik wagen: Ein Argumentationstraining. Wochenschau Verlag. Beim Verlag ↗
    »Notwendiges Distanzieren« (Dreischritt) — Grundlage der Grenze-Route und der Dreifach-Weiche; Referenzpunkt des Stopp-Skripts.
  • Bor, R., & Watts, M. (Hrsg.). (2006). The trainee handbook: A guide for counselling and psychotherapy trainees (2. Aufl.). Sage. Beim Verlag ↗
    Gesprächsführungs-Handwerk (Zuhören, Beziehungsaufbau) — Hintergrund der Nahbereichs-Regeln.
  • Brehm, J. W. (1966). A theory of psychological reactance. Academic Press. Beim Verlag ↗
    Reaktanz-Theorie — Grundlage des Prinzips »Person und Parole trennen« (Trotz-Effekt bei gefühlter Bevormundung).
  • Brehm, S. S., & Brehm, J. W. (1981). Psychological reactance: A theory of freedom and control. Academic Press. Beim Verlag ↗
    Ausgearbeitete Reaktanz-Theorie (Fortschreibung von Brehm 1966); im Fundament-Gespräch referiert.
  • Brodnig, I. (2021). Einspruch! Verschwörungsmythen und Fake News kontern — in der Familie, im Freundeskreis und online. Brandstätter. Beim Verlag ↗
    Praxisbuch zum Kontern von Verschwörungserzählungen im Nahbereich.
  • Broockman, D., & Kalla, J. (2016). Durably reducing transphobia: A field experiment on door-to-door canvassing. Science, 352(6282), 220–224. Frei online lesen ↗
    Deep Canvassing — empirischer Anker der zuhörenden Gegenrede (Voll-Paket-Baustein »Antwort auf die Kränkung«, Nachbesprechungs-Begründungen).
  • Bundeszentrale für politische Bildung. (o. J.). Die Erzählung vom »großen Austausch« (Dossier Rechtsextremismus). Frei online lesen ↗
    Einordnung der Verschwörungserzählung und ihrer Chiffren.
  • Chan, M. S., Jones, C. R., Jamieson, K. H., & Albarracín, D. (2017). Debunking: A meta-analysis of the psychological efficacy of messages countering misinformation. Psychological Science, 28(11), 1531–1546. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Korrektur wirkt, wenn sie die Lücke mit einer besseren Erklärung füllt).
  • Cohn, R. C. (1975). Von der Psychoanalyse zur themenzentrierten Interaktion. Klett-Cotta. Beim Verlag ↗
    Themenzentrierte Interaktion (Ich–Wir–Es, »Störungen haben Vorrang«) — Grundlage des Prinzips »Die Gruppe halten«.
  • Collins, B. E., & Ashmore, R. D. (1970). Social psychology: Social influence, attitude change, group processes, and prejudice. Addison-Wesley. Beim Verlag ↗
    Klassisches Lehrbuch zu Einstellung, Einfluss und Vorurteil.
  • Compton, J. (2013). Inoculation theory. In J. P. Dillard & L. Shen (Hrsg.), The Sage handbook of persuasion: Developments in theory and practice (2. Aufl., S. 220–237). Sage. Beim Verlag ↗
    Zusammenfassung der Inokulationsforschung — Grundlage der Karten K4B/G1 (»Die Publikums-Bühne«/»Die Maschen-Dechiffrierung«) und des Merksatzes »Das wichtigste Publikum sitzt daneben und schweigt« (»Wie debattieren?«).
  • Coombes, T. (2018). Hope-based communications: A checklist (Praxispapier).
    Hoffnungsbasierte Kampagnenkommunikation — Gegenmodell zu reinen Warn-Botschaften.
  • Copi, I. M. (1953). Introduction to logic. Macmillan. Frei online lesen ↗
    Fehlschluss der unterschlagenen Belege (»suppressed evidence«).
  • Cox, E., Bachkirova, T., & Clutterbuck, D. (Hrsg.). (2010). The complete handbook of coaching. Sage. Beim Verlag ↗
    Gesprächsführungs-Handwerk — Hintergrund von Erlaubnisfrage und Angebots-Haltung.
  • Crompton, T. (2010). Common cause: The case for working with our cultural values. WWF-UK.
    Werte-basierte Kommunikation (Common-Cause-Ansatz) — Hintergrund des Werte-Reframings.
  • Denkwerk Demokratie (Hrsg.). (2014). Sprache. Macht. Denken: Politische Diskurse verstehen und führen. Campus. Beim Verlag ↗
    Sammelband zur FÜHRUNG politischer Diskurse (nicht nur zu ihrer Analyse): Diskursebenen-Modell und Naturalisierung (Mikfeld/Turowski), hegemoniales Projekt mit Äquivalenzkette (Nonhoff), kulturelle Hegemonie und Encoding/Decoding (Bussemer), Entscheidungs- vs. Darstellungslegitimation (Diermann). Reichweite: 2014 erschienen, analysiert Rechtspopulismus NICHT — die Übertragung auf AfD-Rhetorik ist Projekt-Setzung. Beiträge einzeln zitieren, nicht den Band.
  • Dillard, J. P., & Shen, L. (2005). On the nature of reactance and its role in persuasive health communication. Communication Monographs, 72(2), 144–168. Beim Verlag ↗
    Messbarmachung der Reaktanz — Ergänzung zu Brehm.
  • Dillard, J. P., & Shen, L. (Hrsg.). (2013). The SAGE handbook of persuasion: Developments in theory and practice (2. Aufl.). Sage. Beim Verlag ↗
    Darin Kapitel 14: Compton, Inoculation theory — im Fundament-Gespräch referiert (Impf-Logik der Gegenrede vor Publikum, Post-Inoculation Talk).
  • Ecker, U. K. H., Lewandowsky, S., Cook, J., Schmid, P., Fazio, L. K., Brashier, N., Kendeou, P., Vraga, E. K., & Amazeen, M. A. (2022). The psychological drivers of misinformation belief and its resistance to correction. Nature Reviews Psychology, 1(1), 13–29. Beim Verlag ↗
    Überblick: warum Fehlinformation haftet und Korrektur schwer fällt.
  • Ecker, U. K. H., Sharkey, C. X. M., & Swire-Thompson, B. (2023). Correcting vaccine misinformation: A failure to replicate familiarity or fear-driven backfire effects. PLoS ONE, 18(4), e0281140. Frei online lesen ↗
    Replikationsstudie: kein Familiarity-Backfire — Korrekturen dürfen den Mythos knapp nennen (Sandwich-Regel).
  • Entman, R. M. (1993). Framing: Toward clarification of a fractured paradigm. Journal of Communication, 43(4), 51–58. Frei online lesen ↗
    Standardreferenz der wirkungsbezogenen Framing-Definition: Auswahl + Hervorhebung, vier Frame-Funktionen (Problemdefinition, Ursachendeutung, moralische Bewertung, Handlungsempfehlung). Die vierte Funktion begründet das Zuordnungskriterium der Bildfeld-Achse — welche Handlungsoptionen bleiben den Zuhörenden? —, die Kehrseite der Hervorhebung (Rahmen sind auch durch ihre Auslassungen bestimmt) begründet das Feld blendet_aus. Aufgenommen 2026-07-20 (E69).
  • Entman, R. M. (2004). Projections of power: Framing news, public opinion, and U.S. foreign policy. University of Chicago Press. Beim Verlag ↗
    Framing-Kaskaden in der politischen Kommunikation — Fortführung von Entman 1993.
  • Eyal, T., Steffel, M., & Epley, N. (2018). Perspective mistaking: Accurately understanding the mind of another requires getting perspective, not taking perspective. Journal of Personality and Social Psychology, 114(4), 547–571. Frei online lesen ↗
    Perspective-Getting: Verstehen entsteht durch Erfragen, nicht durch Hineinversetzen — Grundlage des Prinzips »Verstehen statt mitfühlen«.
  • Fachstelle Rechtsextremismus und Familie. (2024, 22. Juli). Wenn extrem rechte Gesinnung die Familie stört. Bundeszentrale für politische Bildung, InfoPool Rechtsextremismus. Frei online lesen ↗
    An- und Zugehörigenberatung: Umgang mit extrem rechten Personen im engsten Umfeld — Grundlage des Nahfeld-Abschnitts (»Wie debattieren?«).
  • Farris, S. R. (2017). In the name of women's rights: The rise of femonationalism. Duke University Press. Beim Verlag ↗
    Begriffsprägung »Femonationalismus« (zuerst 2011 in den Feministischen Studien); auf die AfD angewandt von Andreas Kemper.
  • Feinberg, M., & Willer, R. (2015). From gulf to bridge: When do moral arguments facilitate political influence? Personality and Social Psychology Bulletin, 41(12), 1665–1681. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Argumente tragen im Wertevokabular des Adressaten).
  • Feinberg, M., & Willer, R. (2019). Moral reframing: A technique for effective and persuasive communication across political divides. Social and Personality Psychology Compass, 13(12), e12501. Beim Verlag ↗
    Moral Reframing als Technik — Grundlage der Reframing-Werkstatt.
  • Feltham, C., & Horton, I. (Hrsg.). (2006). The SAGE handbook of counselling and psychotherapy (2. Aufl.). Sage. Beim Verlag ↗
    Gesprächsführungs-Handwerk — Hintergrund der Zuhör- und Würdigungs-Regeln.
  • Fernbach, P. M., Rogers, T., Fox, C. R., & Sloman, S. A. (2013). Political extremism is supported by an illusion of understanding. Psychological Science, 24(6), 939–946. Beim Verlag ↗
    Politische Positionen moderieren sich, sobald ihre Umsetzung Schritt für Schritt erklärt werden soll — Grundlage der Karte H1 (»Das Sokratische Fragen«, »Wie debattieren?«).
  • Foerster, H. von (1973). On constructing a reality. In W. F. E. Preiser (Hrsg.), Environmental design research (Bd. 2, S. 35–46). Dowden, Hutchinson & Ross. Beim Verlag ↗
    Der ethische Imperativ (»Handle stets so, dass die Zahl der Möglichkeiten wächst«) — Grundlage des Prinzips »Mehr als zwei Wege zeigen«.
  • Foroni, F., & Semin, G. R. (2013). Comprehension of action negation involves inhibitory simulation. Frontiers in Human Neuroscience, 7, 209. Frei online lesen ↗
    Neuro-Evidenz zur Verneinung (nach Wehling 2016): auch negierte Konzepte werden simuliert — Basis der Kampfbegriff-Regel.
  • Fowler, R., Hodge, B., Kress, G., & Trew, T. (1979). Language and control. Routledge & Kegan Paul. Frei online lesen ↗
    Kritische Linguistik: wie sprachliche Form Verantwortungszuschreibung steuert.
  • FrameWorks Institute (Bales, S. N.). (2005). Framing public issues (Toolkit). FrameWorks Institute.
    Praxis-Toolkit des strategischen Framings öffentlicher Themen.
  • Goetz, J. (2020). ›Der große Austausch‹ — Rechtsextreme Reproduktions- und Bevölkerungspolitik am Beispiel der ›Identitären‹. Femina Politica — Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft, 29(2), 37–49. Frei online lesen ↗
    Analyse der »Identitären«-Kampagne »Stop the Great Replacement« (seit 2014).
  • Hangartner, D., Gennaro, G., Alasiri, S., Bahrich, N., Bornhoft, A., Boucher, J., Demirci, B. B., Derksen, L., Hall, A., Jochum, M., Murias Munoz, M., Richter, M., Vogel, F., Wittwer, S., Wüthrich, F., Gilardi, F., & Donnay, K. (2021). Empathy-based counterspeech can reduce racist hate speech in a social media field experiment. Proceedings of the National Academy of Sciences, 118(50), e2116310118. Frei online lesen ↗
    Präregistriertes Feldexperiment auf Twitter (N = 1.350): Von drei Gegenrede-Strategien wirkte nur die empathiebasierte — mehr nachträgliches Löschen (0,21 SD; +8,4 Prozentpunkte) und über vier Wochen weniger neue fremdenfeindliche Beiträge (−0,10 SD); Humor und Warnung vor Konsequenzen blieben ohne konsistenten Effekt. WICHTIG für die Beleg-Reichweite: gemessen wurde ausschließlich das Verhalten der Verfasser, NICHT die Wirkung auf Mitlesende, und es gab keinen Vergleichsarm »Faktenkorrektur«. Kleine Effekte, einmaliger Eingriff, englischsprachiges Twitter.
  • Hasher, L., Goldstein, D., & Toppino, T. (1977). Frequency and the conference of referential validity. Journal of Verbal Learning and Verbal Behavior, 16(1), 107–112. Beim Verlag ↗
    Illusory-Truth-Effekt, Urstudie — Grundlage des Merksatzes »Wer die Worte des anderen wiederholt, arbeitet für ihn« (Stufe 3, Der Rahmen, »Wie debattieren?«).
  • Heitmeyer, W. (2018). Autoritäre Versuchungen: Signaturen der Bedrohung I. Suhrkamp. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Kontrollverlust als Motor autoritärer Versuchungen).
  • Hirschman, A. O. (1991). The rhetoric of reaction: Perversity, futility, jeopardy. Belknap Press of Harvard University Press. Frei online lesen ↗
    Reaktions-Rhetorik: Sinnverkehrungs-, Vergeblichkeits- und Gefährdungs-These als Tiefenstruktur der Reform-Abwehr.
  • Hochschild, A. R. (2016). Strangers in their own land: Anger and mourning on the American right. The New Press. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Deep Story und Empathie-Mauer: Würdigung vor Widerlegung).
  • Hogg, M. A. (2014). From uncertainty to extremism: Social categorization and identity processes. Current Directions in Psychological Science, 23(5), 338–342. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Selbst-Unsicherheit treibt zu klaren Gruppen und Weltbildern).
  • Hogg, M. A., & Cooper, J. (Hrsg.). (2003). The SAGE handbook of social psychology. Sage. Beim Verlag ↗
    Sozialpsychologisches Überblickswerk.
  • Hufer, K.-P. (2000). Argumentationstraining gegen Stammtischparolen. Wochenschau Verlag. Beim Verlag ↗
    Klassiker der politischen Erwachsenenbildung — durchgängiger Anker der Nachbesprechungs-Begründungen (»Machart benennen statt Rahmen bedienen«).
  • Hufer, K.-P. (2016). Argumente am Stammtisch: Erfolgreich gegen Parolen, Palaver und Populismus. Wochenschau Verlag. Beim Verlag ↗
    Situations-Praxiswissen der Argumentationstrainings: Fünf-Minuten-Regel, Parolenspringen nicht mitmachen, Ironie ≠ Zynismus.
  • Hufer, K.-P. (2018). Neue Rechte, altes Denken: Ideologie, Kernbegriffe und Vordenker. Beltz Juventa. Beim Verlag ↗
    Ideologie und Vokabular der Neuen Rechten — Hintergrund der Begriffs-Dokumentation.
  • Hufer, K.-P. (2024). Mut zur Demokratie: Nicht zuschauen, sondern handeln. Wochenschau Verlag. Beim Verlag ↗
    Jüngste Fassung von Hufers Argumentationstrainings-Praxis, mit dem Kapitel zur neurechten Sprachpolitik (Euphemismen zurückübersetzen) und Kielmanseggs Populismus-als-Konsonanz-Konstrukt (Alleinvertretungsanspruch für »das Volk«).
  • Hufer, K.-P., & Unger, I. (1989). Zwischen Abhängigkeit und Selbstbestimmung: Institutionalisierte und selbstorganisierte politische Erwachsenenbildung seit den siebziger Jahren. Leske + Budrich. Beim Verlag ↗
    Politische Erwachsenenbildung — Wurzel des Argumentationstrainings-Ansatzes.
  • Hume, D. (1739–1740). A treatise of human nature. Frei online lesen ↗
    Buch III: das Sein-Sollen-Problem (»Humes Gesetz«) — aus deskriptiven Aussagen folgt keine normative.
  • Jäger, M., & Jäger, S. (2007). Deutungskämpfe: Theorie und Praxis Kritischer Diskursanalyse. VS Verlag für Sozialwissenschaften. Beim Verlag ↗
    Kritische Diskursanalyse in der Anwendung — Deutungskämpfe um Begriffe.
  • Jäger, S. (1992). BrandSätze: Rassismus im Alltag. DISS. Beim Verlag ↗
    Diskursanalyse rassistischer Alltagsrede — methodischer Vorläufer der Fundstellen-Kodierung.
  • Jäger, S. (1993). Die Diskurse der Rechten und der Linken im heutigen Deutschland und ihr Beitrag zum derzeitigen Zustand der Bundesrepublik. Folia Linguistica, 27(3–4), 217 ff.
    Frühe diskursanalytische Vermessung rechter Rede in Deutschland.
  • Jäger, S. (2012). Kritische Diskursanalyse: Eine Einführung (Edition DISS, Bd. 3). Unrast. Beim Verlag ↗
    Methodisches Fundament der Kollektivsymbolik-/Bildfeld-Analyse.
  • Jost, J. T. (2020). A theory of system justification. Harvard University Press. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Rechtfertigung des Bestehenden als zweite Bedürfnis-Säule).
  • Jost, J. T., Banaji, M. R., & Nosek, B. A. (2004). A decade of system justification theory: Accumulated evidence of conscious and unconscious bolstering of the status quo. Political Psychology, 25(6), 881–919. Beim Verlag ↗
    System-Rechtfertigung: warum Menschen das Bestehende verteidigen.
  • Jost, J. T., Glaser, J., Kruglanski, A. W., & Sulloway, F. J. (2003). Political conservatism as motivated social cognition. Psychological Bulletin, 129(3), 339–375. Beim Verlag ↗
    Meta-Analyse: politische Überzeugung als motivierte Kognition.
  • Kalla, J. L., & Broockman, D. E. (2020). Reducing exclusionary attitudes through interpersonal conversation: Evidence from three field experiments. American Political Science Review, 114(2), 410–425. Beim Verlag ↗
    Erzähl-Austausch PLUS anschließende Information wirkt — nicht das Zuhören allein; Grundlage der Karte »Aufklärung nach Anschluss«.
  • Kampf, Z. (2009). Public (non-)apologies: The discourse of minimizing responsibility. Journal of Pragmatics, 41(11), 2257–2270. Beim Verlag ↗
    Prüfraster der Pseudo-Entschuldigung (via Wodak 2015) — Grundlage der Situations-Karte »Die Pseudo-Entschuldigung«.
  • Katz, D. (2019). Angst kocht auch nur mit Wasser: Wie wir durch Denken in Bildern negative Verhaltensmuster durchbrechen können. mvg Verlag. Beim Verlag ↗
    Übertrag aus der Angstpsychologie: Warum-Fragen-Verbot, Extinktionsausbruch (»Strategie wechseln statt intensivieren«).
  • Kaup, B., Yaxley, R. H., Madden, C. J., Zwaan, R. A., & Lüdtke, J. (2007). Experiential simulations of negated text information. Quarterly Journal of Experimental Psychology, 60(7), 976–990. Beim Verlag ↗
    Experimentelle Basis der Kampfbegriff-Regel (nach Wehling 2016): Verneintes wird zunächst mitsimuliert.
  • Kay, A. C., Gaucher, D., Napier, J. L., Callan, M. J., & Laurin, K. (2008). God and the government: Testing a compensatory control mechanism for the support of external systems. Journal of Personality and Social Psychology, 95(1), 18–35. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Kontrollverlust verstärkt den Glauben an ordnende Mächte).
  • Kay, A. C., Whitson, J. A., Gaucher, D., & Galinsky, A. D. (2009). Compensatory control: Achieving order through the mind, our institutions, and the heavens. Current Directions in Psychological Science, 18(5), 264–268. Beim Verlag ↗
    Kompensatorische Kontrolle im Überblick — Ergänzung zu Kay et al. 2008.
  • Kemper, A. (2014). Sarrazins Correctness: Ideologie und Tradition der Menschen- und Bevölkerungskorrekturen. Unrast. Beim Verlag ↗
    Analyse der Verschränkung von Klassismus und Biologisierung an einem dokumentierten Fall. Für uns tragend: die Dreifachfunktion des Anti-PC-Codes (rhetorische Umkehrung, Entpolitisierung, Freund-Feind-Rekodierung), der »verdrehte Spieß« (Opferpose bei realer Deutungsmacht) und die Doppelbegründung von Ungleichheit aus Sekundärtugenden UND Erbgut. Enthält empirische Gegenbelege (Medienpräsenz, Wahlbeteiligung nach Armutsverteilung). Das Werk ist politisch positioniert — übernommen werden die analytischen Konstrukte, nicht die Wertungen.
  • Kemper, A., & Weinbach, H. (2018). Klassismus: Eine Einführung. Unrast. Beim Verlag ↗
    Begriffliches Gerüst der Klassismus-Analyse: Naturalisierung (Soziales wird Natur) und Kulturalisierung (Soziales wird »Kultur«) als zwei Wege, Ungleichheit für unverhandelbar zu erklären; dazu der Stereotyp-Katalog der Erwerbslosen-Abwertung (Friedrich/Pilgrim) und der Mobilitätsmythos gegen den Befund, dass Klassenstabilität die Regel ist. Die theoretische Fundierung unseres topos_leistung, für den Reisigl/Wodak keine Entsprechung führen.
  • Kinnvall, C. (2004). Globalization and religious nationalism: Self, identity, and the search for ontological security. Political Psychology, 25(5), 741–767. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (ontologische Sicherheit: die Nation als »Zuhause«).
  • Koehler, D. (2017). Understanding deradicalization: Methods, tools and programs for countering violent extremism. Routledge. Beim Verlag ↗
    Deradikalisierungs-Praxis — Hintergrund der Distanzierungsarbeit.
  • Koppetsch, C. (2019). Die Gesellschaft des Zorns: Rechtspopulismus im globalen Zeitalter. transcript. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Statusverlust-Zorn; moralisches Entlarven ohne Ersatz erzeugt Trotz).
  • Kruglanski, A. W. (2004). The psychology of closed mindedness. Psychology Press. Beim Verlag ↗
    Bedürfnis nach kognitiver Geschlossenheit — warum einfache Antworten anziehen.
  • Kruglanski, A. W. (2018). The motivated mind: The selected works of Arie Kruglanski. Routledge. Beim Verlag ↗
    Gesammelte Schlüsselarbeiten (World Library of Psychologists).
  • Kruglanski, A. W. (2023). Uncertain: How to turn your biggest fear into your greatest power. Penguin. Beim Verlag ↗
    Umgang mit Unsicherheit — populäre Fassung der Unsicherheits-Forschung.
  • Kruglanski, A. W., & Webber, D. (2014). The psychology of radicalization. Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik, 9(9), 379–388.
    Kompakte Fassung der Radikalisierungspsychologie.
  • Kruglanski, A. W., Bélanger, J. J., & Gunaratna, R. (2019). The three pillars of radicalization: Needs, narratives, and networks. Oxford University Press. Beim Verlag ↗
    Bedürfnis, Erzählung, Netzwerk — die drei Säulen der Radikalisierung.
  • Kruglanski, A. W., Gelfand, M. J., Bélanger, J. J., Sheveland, A., Hetiarachchi, M., & Gunaratna, R. (2014). The psychology of radicalization and deradicalization: How significance quest impacts violent extremism. Political Psychology, 35(S1), 69–93. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Bedürfnis nach Bedeutsamkeit als Motor der Radikalisierung).
  • Kruglanski, A. W., Jasko, K., Milyavsky, M., Chernikova, M., Webber, D., Pierro, A., & di Santo, D. (2018). Cognitive consistency theory in social psychology: A paradigm reconsidered. Psychological Inquiry, 29(2), 45–59. Beim Verlag ↗
    Kognitive Konsistenz neu vermessen; dazu die Replik der Autoren im selben Heft (doi 10.1080/1047840X.2018.1480656).
  • Kruglanski, A. W., Kopetz, C. E., & Fishbach, A. (Hrsg.). (2017). The motivation–cognition interface: From the lab to the real world. Routledge. Beim Verlag ↗
    Motivation und Kognition im Zusammenspiel — Grundlage der Bedürfnis-Analyse.
  • Lakoff, G. (2004). Don't think of an elephant! Know your values and frame the debate. Chelsea Green Publishing. Frei online lesen ↗
    Framing: auch Verneinung aktiviert den Rahmen — Grundlage der Widerstandsform »Eigenen Rahmen setzen«.
  • Lakoff, G., & Wehling, E. (2012). The little blue book: The essential guide to thinking and talking Democratic. Free Press. Beim Verlag ↗
    Werte-Kaskade, Basic-Level-Sprache, Reframing-Paare — Hintergrund der Rahmen-Karten (Stufe 3).
  • Lakoff, G., & Wehling, E. (2016). Your brain's politics: How the science of mind explains the political divide. Imprint Academic. Beim Verlag ↗
    Framing und politisches Denken im Gesprächsformat.
  • Lauterbach, K. (2022). Bevor es zu spät ist: Was uns droht, wenn die Politik nicht mit der Wissenschaft Schritt hält. Rowohlt. Beim Verlag ↗
    Wissenschaftskommunikation unter Politikbedingungen.
  • Legault, L., Gutsell, J. N., & Inzlicht, M. (2011). Ironic effects of antiprejudice messages: How motivational interventions can reduce (but also increase) prejudice. Psychological Science, 22(12), 1472–1477. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (kontrollierende Anti-Vorurteils-Botschaften erhöhen Vorurteile).
  • Lewandowsky, S., Cook, J., Ecker, U. K. H., Albarracín, D., Amazeen, M. A., Kendeou, P., Lombardi, D., Newman, E. J., Pennycook, G., Porter, E., Rand, D. G., Rapp, D. N., Reifler, J., Roozenbeek, J., Schmid, P., Seifert, C. M., Sinatra, G. M., Swire-Thompson, B., van der Linden, S., … Zaragoza, M. S. (2020). The Debunking Handbook 2020. Frei online lesen ↗
    Konsens-Handbuch zur wirksamen Richtigstellung (Fakt–Warnung–Fehlinformation–Fakt; Truth Sandwich) — Grundlage des Debunking-Abschnitts.
  • Link, J. (1996). Versuch über den Normalismus: Wie Normalität produziert wird. Westdeutscher Verlag. Beim Verlag ↗
    Normalismus-Theorie — Prüfhintergrund der Normalisierungs-Diagnosen.
  • Link, J. (2018). Normalismus und Antagonismus in der Postmoderne: Krise, New Normal, Populismus. Vandenhoeck & Ruprecht. Beim Verlag ↗
    Fortschreibung der Normalismus-Theorie auf den Populismus.
  • Lynen von Berg, H. (Hrsg.). (2021). Rechtspopulismus — eine Herausforderung für Demokratie und Soziale Arbeit? (Bremer Schriften zur Sozialen Arbeit, Band 2). Hochschule Bremen. Frei online lesen ↗
    Sammelband zu Beratungs- und Kommunikationskonzepten im Umgang mit Rechtspopulismus im sozialen Nahfeld.
  • Marshall, G. (2014). Don't even think about it: Why our brains are wired to ignore climate change. Bloomsbury. Beim Verlag ↗
    Warum Fakten allein nicht mobilisieren — Erzählung und Werte in der Klimakommunikation.
  • Martin, S., & Linpinsel, T. (Hrsg.). (2020). Angst in Kultur und Politik der Gegenwart. Springer VS. Beim Verlag ↗
    Angst als politische Ressource — Hintergrund der Furcht-Dosierungs-Regel.
  • McGuire, W. J. (1964). Inducing resistance to persuasion: Some contemporary approaches. In L. Berkowitz (Hrsg.), Advances in experimental social psychology (Bd. 1, S. 191–229). Academic Press. Beim Verlag ↗
    Inokulationstheorie: die »Impfung« gegen Persuasion — Grundlage des Prebunking-Abschnitts (»Wie debattieren?«) und des Spiegel-Prinzips der dunklen Spielformen.
  • Miller, W. R., & Rollnick, S. (2013). Motivational interviewing: Helping people change (3rd ed.). Guilford Press. Beim Verlag ↗
    Gesprächsführung: Anerkennung senkt Abwehr, Belehrung erhöht sie — Anker des Prinzips »Die Sorge ernst nehmen«.
  • Miller, W. R., & Rollnick, S. (2023). Motivational interviewing: Helping people change and grow (4th ed.). Guilford Press. Beim Verlag ↗
    Righting Reflex (4. Auflage) — Grundlage der Karte K4A (»Der Vertrauens-Pfad«) und des Merksatzes »Ob eine Botschaft ankommt, entscheidet sich, bevor sie gesagt wird« (»Wie debattieren?«).
  • Mitzen, J. (2006). Ontological security in world politics: State identity and the security dilemma. European Journal of International Relations, 12(3), 341–370. Beim Verlag ↗
    Ontologische Sicherheit auf Staatenebene — Ergänzung zu Kinnvall.
  • Möllering, G. (2006). Trust: Reason, routine, reflexivity. Elsevier. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Vertrauen als Sprung über eine Lücke, die kein Argument schließt).
  • Monbiot, G. (2017). Out of the wreckage: A new politics for an age of crisis. Verso. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (eine Geschichte verdrängt man nur durch eine andere Geschichte).
  • Moore, G. E. (1903). Principia ethica. Cambridge University Press. Frei online lesen ↗
    Der naturalistische Fehlschluss: Gutes mit natürlichen Eigenschaften gleichzusetzen.
  • Moscovici, S. (1993). The invention of society: Psychological explanations for social phenomena (W. D. Halls, Übers.). Polity Press. Beim Verlag ↗
    Sozialpsychologische Theorie der Gesellschaft.
  • Moscovici, S., Mucchi-Faina, A., & Maass, A. (Hrsg.). (1994). Minority influence. Nelson-Hall. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Minderheiten-Einfluss wirkt verzögert und im Stillen — das Samenkorn).
  • Mutz, D. C. (2018). Status threat, not economic hardship, explains the 2016 presidential vote. Proceedings of the National Academy of Sciences, 115(19), E4330–E4339. Frei online lesen ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (gefühlte Statusbedrohung wog stärker als wirtschaftliche Not).
  • Newman, E. J., Jalbert, M. C., Schwarz, N., & Ly, D. P. (2020). Truthiness and falsiness of trivia claims depend on judgmental contexts: The role of need for cognition. Consciousness and Cognition, 78, 102866. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (auch Denkfreudige sind ohne Vorwarnung nicht vor dem Wiederholungseffekt geschützt).
  • Norris, P., & Inglehart, R. (2019). Cultural backlash: Trump, Brexit, and authoritarian populism. Cambridge University Press. Beim Verlag ↗
    Der kulturelle Backlash als Nährboden des Autoritär-Populismus.
  • Ottomeyer, K. (2022). Angst und Politik: Sozialpsychologische Betrachtungen zum Umgang mit Bedrohungen. Psychosozial-Verlag. Beim Verlag ↗
    Kompensations-Diagnose (Status-Angebot), Jiu-Jitsu-Prinzip, Belehrungs-Warnung, Nasty-Effekt — Anker mehrerer Haltungs- und Kränkungs-Karten.
  • Plessner, H., Betsch, C., & Betsch, T. (Hrsg.). (2008). Intuition in judgment and decision making. Lawrence Erlbaum. Beim Verlag ↗
    Intuition im Urteilen — Hintergrund der Bauchgefühl-Ebene von Parolen.
  • Pörksen, B., & Schulz von Thun, F. (2020). Die Kunst des Miteinander-Redens: Über den Dialog in Gesellschaft und Politik. Hanser. Beim Verlag ↗
    Respektvolle Konfrontation: Empathie und Konfrontation mischen, Moralisierungs-Falle meiden — Grundlage des Prinzips »Die Selbstoffenbarung hören«.
  • Prike, T., Blackley, P., Swire-Thompson, B., & Ecker, U. K. H. (2023). Examining the replicability of backfire effects after standalone corrections. Cognitive Research: Principles and Implications, 8, 39. Frei online lesen ↗
    Backfire-Effekte replizieren kaum — Korrekturen sind sicherer als ihr Ruf.
  • Puar, J. K. (2007). Terrorist assemblages: Homonationalism in queer times. Duke University Press. Beim Verlag ↗
    Konzept-Analogie zum Femonationalismus: »Homonationalismus«.
  • Radicalisation Awareness Network. (2015). Counter narratives and alternative narratives (RAN Issue Paper). RAN Centre of Excellence.
    Im Fundament-Gespräch referiert (Kampagnen-Regeln der Präventionsforschung, von der Gegenseite gelesen).
  • Radicalisation Awareness Network. (2017). RAN guidelines for effective alternative and counter-narrative campaigns (GAMMMA+). RAN Centre of Excellence.
    Praxisleitfaden für Gegen-Erzählungs-Kampagnen (GAMMMA+).
  • Reisigl, M., & Wodak, R. (2001). Discourse and discrimination: Rhetorics of racism and antisemitism. Routledge. Frei online lesen ↗
    Diskurshistorischer Ansatz: der Topos-Katalog der Argumentationsschemata (Gefahr, Belastung, Zahlen, Kultur, Recht, Nützlichkeit/Missbrauch, Humanität, Realität u. a.), Referenz- und Prädikationsstrategien sowie die Unterscheidung Strategie/sprachliches Mittel — methodisches Rückgrat des Kodiermodells.
  • Reyna, V. F. (2021). A scientific theory of gist communication and misinformation resistance, with implications for health, education, and policy. Proceedings of the National Academy of Sciences, 118(15), e1912441117. Frei online lesen ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Gist: einfach auf der Bedeutungsebene, sauber auf der Faktenebene).
  • Roozenbeek, J., & van der Linden, S. (2019). Fake news game confers psychological resistance against online misinformation. Palgrave Communications, 5, 65. Frei online lesen ↗
    Empirie zum spielbasierten Prebunking: Wer Manipulationstechniken selbst baut, erkennt sie danach besser — der Wirkmechanismus unserer dunklen Spielformen.
  • Roozenbeek, J., & van der Linden, S. (2024). The psychology of misinformation. Cambridge University Press. Beim Verlag ↗
    Aktueller Forschungsstand zu Prebunking/Debunking: Inhaltstyp-Gate (Fig. 7.2), Rehearsal-Booster, Grenzen politisch polarisierter Korrekturen.
  • Roozenbeek, J., Traberg, C. S., & van der Linden, S. (2022). Technique-based inoculation against real-world misinformation. Royal Society Open Science, 9(5), 211719. Frei online lesen ↗
    Zwei Prä-post-Experimente im Spiel »Bad News« (n = 2.188) zu sechs Techniken (DEPICT). Gegen GEÜBTE Techniken sinkt die zugeschriebene Glaubwürdigkeit deutlich (d = −0,32), die Übertragung auf NICHT geübte Techniken ist schwach und nicht robust (d = −0,10, in einer von zwei Teilgruppen nicht nachweisbar) — die pauschale Annahme »wer die Griffe kennt, durchschaut alles« ist damit nicht gedeckt. Nebenbefund für die Kalibrierung unserer Trainings: Auch echte Nachrichten wurden nach dem Spiel leicht unglaubwürdiger (d = −0,10). ZITIERFALLE: Das Abstract trägt weiter die unkorrigierten Werte (d = 0,37); die Korrekturnotiz (R. Soc. Open Sci. 10:231235, 2023, doi 10.1098/rsos.231235) senkt sie auf d = 0,32 und hebt den Bildungs-Moderator auf. Keine Haltbarkeitsmessung; Convenience-Stichprobe (jung, gebildet, politisch eher links); zwei der Autoren haben das Spiel selbst entwickelt.
  • Rozenblit, L., & Keil, F. (2002). The misunderstood limits of folk science: An illusion of explanatory depth. Cognitive Science, 26(5), 521–562. Beim Verlag ↗
    Illusion der Erklärtiefe — Grundlage der Karte H1 (»Das Sokratische Fragen«, »Wie debattieren?«).
  • Ryan, R. M., & Deci, E. L. (2000). Self-determination theory and the facilitation of intrinsic motivation, social development, and well-being. American Psychologist, 55(1), 68–78. Beim Verlag ↗
    Selbstbestimmungstheorie: Autonomie, Kompetenz, Verbundenheit — Hintergrund der Bedürfnis-Landkarte.
  • Ryan, R. M., & Deci, E. L. (2017). Self-determination theory: Basic psychological needs in motivation, development, and wellness. Guilford Press. Beim Verlag ↗
    Das Grundlagenwerk zur Selbstbestimmungstheorie.
  • Sandel, M. J. (2020). The tyranny of merit: What's become of the common good? Farrar, Straus and Giroux. Beim Verlag ↗
    Meritokratie als ideologischer Verteilungsmaßstab.
  • Schieferle, H. (2022). Stellung beziehen gegen Stammtischparolen: Tipps für den Alltag. Friedrich-Ebert-Stiftung Bayern. Beim Verlag ↗
    Fallen-Tabelle (Themen-Hopping, Opferrollen-Konter, Einzelfall-Verallgemeinerung) und Elf-Stufen-Katalog mit Musterdialogen.
  • Schmid, P., & Betsch, C. (2019). Effective strategies for rebutting science denialism in public discussions. Nature Human Behaviour, 3(9), 931–939. Beim Verlag ↗
    Sechs Online-Experimente mit interner Meta-Analyse (N = 1.773). Der direkteste Beleg für unser Konstruktionsprinzip: Die rhetorische TECHNIK offenzulegen schützt das Publikum ähnlich gut wie die sachliche Richtigstellung (Einstellung/Intention je g = 0,31 gegenüber g = 0,21/0,33), die Kombination bringt keinen Zusatznutzen, und ein Backfire-Effekt trat auch bei den anfälligsten Gruppen nicht auf. Am schädlichsten ist, gar nicht zu antworten (g = 0,49/0,57 zugunsten der Anwesenheit). Reichweite: Vignetten zu Impfung/Klima (fiktive Krankheit), gemessen werden kurzfristige Einstellung und Absicht des Online-Publikums — nicht reales Verhalten, nicht deutsche Parteienrhetorik; die Moderation durch Konservatismus fand sich nur in US-, nicht in deutschen Stichproben.
  • Schulz von Thun, F. (1981). Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen. Rowohlt. Beim Verlag ↗
    Kommunikationsquadrat (vier Seiten einer Nachricht) — die Selbstoffenbarungs-Seite als Schlüssel zur Parole.
  • Seeck, F., & Theißl, B. (Hrsg.). (2020). Solidarisch gegen Klassismus: Organisieren, intervenieren, umverteilen. Unrast. Beim Verlag ↗
    Beiträge zur Individualisierung struktureller Ausschlüsse (Hennes: Pathologisierung von Erwerbslosigkeit) und zum Reclaiming von Fremdbezeichnungen (Abou). Erfahrungsberichte, keine Statistik — als Praxis-/Erfahrungswissen zu führen, nicht als verallgemeinerbare Aussage.
  • Solomon, S., Greenberg, J., & Pyszczynski, T. (2015). The worm at the core: On the role of death in life. Random House. Beim Verlag ↗
    Terror-Management-Theorie: Sterblichkeitsangst und Weltbild-Verteidigung.
  • Tuck, H., & Silverman, T. (2016). The counter-narrative handbook. Institute for Strategic Dialogue.
    Handbuch für Gegen-Erzählungen in der Extremismus-Prävention.
  • Udry, J., & Barber, S. J. (2024). The illusory truth effect: A review of how repetition increases belief in misinformation. Current Opinion in Psychology, 56, 101736. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Illusory-Truth-Effekt: Wiederholung erhöht das Wahrheitsgefühl).
  • van der Linden, S., Louison-Lavoy, D., Blazer, N., Noble, N. S., & Roozenbeek, J. (2026). Prebunking misinformation techniques in social media feeds: Results from an Instagram field study. Harvard Kennedy School (HKS) Misinformation Review, 7(1). Frei online lesen ↗
    Feldstudie auf echtem Instagram (Kampagnen-Reichweite 375.597 Nutzer): Ein 19-Sekunden-Video zu EINER Technik (emotionale Manipulation) hob die korrekte Erkennung um 21 Prozentpunkte — nach fünf Monaten unverändert stabil (22 Prozentpunkte). Belegt Lernwirkung und Haltbarkeit der ERKENNUNG unter Alltagsbedingungen. Nicht belegt: dass daraus verändertes Verhalten folgt (dazu Wang et al. 2025), und nicht, dass ein Mehr-Techniken-Training gleich wirkt — getestet wurde eine einzelne Technik. Zuordnung quasi-experimentell (Geburtsmonat als Proxy), Rücklauf sehr klein.
  • Van Lange, P. A. M., Higgins, E. T., & Kruglanski, A. W. (Hrsg.). (2020). Social psychology: Handbook of basic principles (3. Aufl.). Guilford Press. Beim Verlag ↗
    Sozialpsychologische Grundprinzipien im Überblick.
  • Van Lange, P. A. M., Kruglanski, A. W., & Higgins, E. T. (Hrsg.). (2012). Handbook of theories of social psychology (Bd. 1–2). Sage. Beim Verlag ↗
    Darin u. a. das Shared-Reality-Kapitel von Echterhoff & Higgins — im Fundament-Gespräch referiert (geteilter Rahmen liefert Verbindung und Gewissheit).
  • van Leeuwen, T. (2008). Discourse and practice: New tools for critical discourse analysis. Oxford University Press. Beim Verlag ↗
    »Representing social actors«: Aktivierung/Passivierung und Rollenzuweisung als Diskursmittel.
  • Wang, S. Y. N., Phillips, S. C., Carley, K. M., Lin, H., & Pennycook, G. (2025). Limited effectiveness of psychological inoculation against misinformation in a social media feed. PNAS Nexus, 4(6), pgaf172. Frei online lesen ↗
    Vier präregistrierte Experimente in einem realistisch nachgebauten Feed: Dasselbe Impf-Video zeigte KEINE Wirkung auf spontanes Verhalten (Verweildauer, Likes, Teilen), sobald der Feed echte oder gemischte Inhalte enthielt; ein Effekt aufs Teilen trat nur auf, wenn ausschließlich die geübte Technik vorkam. Das Gegenstück zu van der Linden et al. 2026: Beide zusammen ergeben die Grenze unseres Trainings — Technik-Training verbessert das ERKENNEN, ein Übertrag auf spontanes Verhalten im gemischten Alltag ist nicht belegt.
  • Wardle, C., & Derakhshan, H. (2017). Information disorder: Toward an interdisciplinary framework for research and policymaking (Report DGI(2017)09). Council of Europe. Frei online lesen ↗
    Begriffsrahmen der »Information Disorder«: Desinformation als bewusst falsche Information, abgegrenzt von Auslassung und Bestreiten.
  • Wehling, E. (2016). Politisches Framing: Wie eine Nation sich ihr Denken einredet — und daraus Politik macht. Herbert von Halem. Frei online lesen ↗
    Framing-Analyse für die deutsche Debatte — Grundlage der Widerstandsform »Eigenen Rahmen setzen«.
  • Wehling, E. (2017). Framing-Manual: Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD. Berkeley International Framing Institute. Frei online lesen ↗
    Arbeitsregeln hinter der Kampfbegriff-Regel (in keiner Form wiederholen) und dem Framing-Sandwich; 2019 öffentlich geworden.
  • Wengeler, M. (2003). Topos und Diskurs: Begründung einer argumentationsanalytischen Methode und ihre Anwendung auf den Migrationsdiskurs (1960–1985). Niemeyer. Beim Verlag ↗
    Topos-Analyse des deutschen Migrationsdiskurses, u. a. Belastungs- und Humanitäts-Topos.
  • Witte, K. (1992). Putting the fear back into fear appeals: The extended parallel process model. Communication Monographs, 59(4), 329–349. Beim Verlag ↗
    Im Fundament-Gespräch referiert (Furchtappelle ohne Handlungsangebot erzeugen Abwehr).
  • Witte, K., & Allen, M. (2000). A meta-analysis of fear appeals: Implications for effective public health campaigns. Health Education & Behavior, 27(5), 591–615. Beim Verlag ↗
    Meta-Analyse der Furchtappell-Forschung — Dosierungs-Grundlage.
  • Wodak, R. (2015). The politics of fear: What right-wing populist discourses mean. Sage. Beim Verlag ↗
    Rechtspopulistische Diskursmuster: Berufung auf »das Volk«, unkontextualisierte Statistik, diskursive Konstruktion kultureller Unvereinbarkeit.
  • Wodak, R. (2020). Politik mit der Angst: Die schamlose Normalisierung rechtspopulistischer und rechtsextremer Diskurse (2., völlig neu bearbeitete Auflage). Edition Konturen. Beim Verlag ↗
    Normalisierung als eigenständiger Diskursmechanismus (neues Kapitel der 2. Auflage).
  • Zanna, M. P. (Hrsg.). (2007). Advances in experimental social psychology, Bd. 39. Academic Press. Beim Verlag ↗
    Grundlagenband der experimentellen Sozialpsychologie.
  • Zanna, M. P., Olson, J. M., & Herman, C. P. (Hrsg.). (1987). Social influence: The Ontario Symposium, Bd. 5. Lawrence Erlbaum. Beim Verlag ↗
    Klassiker-Band der Einfluss-Forschung.
  • Zimbardo, P. G., & Leippe, M. R. (1991). The psychology of attitude change and social influence. McGraw-Hill. Beim Verlag ↗
    Lehrbuch-Klassiker zu Einstellung und Einfluss.
  • Saul, J. (2018). Dogwhistles, political manipulation, and philosophy of language. In D. Fogal, D. W. Harris & M. Moss (Hrsg.), New work on speech acts. Oxford University Press. Beim Verlag ↗
    Implizite politische Botschaften (Dog Whistles) wirken gerade durch ihre Bestreitbarkeit — die philosophische Grundlegung der Rückzugs-Probe.
  • Shackel, N. (2005). The vacuity of postmodernist methodology. Metaphilosophy, 36(3), 295–320. Beim Verlag ↗
    Prägt die Motte-and-Bailey-Figur: Die scharfe Position wirkt, verteidigt wird bei Widerspruch nur die harmlose — die Rückzugsfigur des Nebelsatzes.
  • Eisenberg, E. M. (1984). Ambiguity as strategy in organizational communication. Communication Monographs, 51(3), 227–242. Beim Verlag ↗
    Klassiker zur strategischen Mehrdeutigkeit: Unschärfe als Kalkül, das unvereinbare Adressaten zugleich bedient.